Ihr gebührt wahrhaftig ein Gedicht: Lange habe ich mich geweigert, seit April ist sie meine beste Freundin und ich habe sie bisher sechs Mal gefeiert. Was ich einst zu glauben hasste, ist nun MEINE Menstruationstasse. Nachfolgend erzähle ich euch warum, wer nicht spätestens dann auch eine will, ist …

Ich habe Schwägerinnen und Freundinnen, die schon seit Jahren auf ihre Menstruationstassen schwören. Ich habe diese nahhaltige Erfindung lange Zeit als zu ekelhaft eingestuft. Für mich war dieser kleine Cup irgendwie vergleichbar mit waschbarem Klopapier – was natürlich rein aus Nachhaltigkeitsgründen absolut keine dumme Idee wäre. (Oder man verwendet vielleicht noch besser einfach die linke Hand, wie es einst üblich war, um sich den Popo zu putzen.) Entschuldigt, ich schweife ab…

Nein, aber ganz ehrlich: Meine Menstruationstasse ist wohl meine kleinste beste Freundin. Sie ist hübsch anzusehen in ihrem zart rosa Kleid, sanft und geschmeidig gibt sie sich, liegt gar gut in der Hand und, was natürlich das Beste ist, passt perfekt in meine Vagina. Man könnte ja fast meinen, ich schreibe hier von etwas definitiv Nicht-Jugendfreiem.

EINE LIEBESGESCHICHTE DER BESONDEREN ART

Unsere Liebesgeschichte hat genau am 7. April 2020 begonnen. Ich kann mich deshalb so gut daran erinnern, weil es an meinem 31. Geburtstag war, mitten im Lockdown. Es war ein sehr warmer Tag. Meine Freundin Antonia hat abends als Zaungast zum Anstoßen vorbeigeschaut und hat mir was geschenkt? Genau, meine Menstruationstasse. Ich musste sehr lachen über dieses Geschenk, habe mich aber total gefreut. An dieser Stelle nochmals: „Danke Toni! Du hast meine Periodenzeit wieder lebenswert gemacht! Dickes Corona-Fern-Bussi an dich!“ Wahrhaftig eines der wohl besten Geschenke, die ich je bekommen habe (sorry Ehemann und Schatz, deine Überraschungen sind auch OK 😉). Wie es der Zufall so wollte, hat an diesem Tag dann sogar noch meine Periode eingesetzt und das Präsent kam umgehend zum Einsatz.

EINFÜHREN UND „GENIESSEN“

Ich weiß, man hört immer wieder davon, dass nicht jeder Frau jede Menstruationstasse passt, dass vielleicht ein anderes Modell besser wäre, dass diese oder jene Größe nicht die richtige war, dass man sich ein wenig in das Einführen einfinden muss und, und, und. Ich hatte vielleicht unfassbares Glück oder es war mein Geburtstags-Karma, auf jeden Fall habe ich mein Geschenk in die Hand genommen, an seinen Platz geschoben und voila, schon hat es gepasst. Es war tatsächlich Liebe auf den ersten „Einführer“. Schmunzel! Ein wenig Humor muss man in diese Thematik einbringen.

BYE, BYE TAMPONS UND BINDEN

Seither habe ich keinen Tampon mehr verwendet und keine Binde. Man muss dazu wissen, dass ich seit der Geburt meines zweiten Sohnes meine Periode so stark hatte, dass ich mich an den ersten beiden Tagen schon fast gar nicht mehr außer Haus getraut habe. Die stärksten Tampons, die es gab, kamen zum Einsatz und obendrein, als Schutzmaßnahme, eine Binde. Und dann musste ich trotzdem alle zwei Stunden auf der Toilette verschwinden, um Tampon & Co zu wechseln. Von Sport oder schwimmen brauchen wir erst gar nicht reden, das wäre an den ersten beiden Tagen undenkbar gewesen.

FÜLLVOLUMEN IST SENSATIONELL

Obendrein musste ich mir in den ersten beiden Periodennächten stets zwei Mal einen Wecker stellen, damit ich nicht vergaß die Hygieneprodukte auszutauschen, sonst wäre ich in einem Blutmassaker aufgewacht. Da schliefen endlich meine Kinder wieder gut (ich hatte im März gerade sechs schlaflose Monate hinter mir, da mein Kleiner durchgehend gezahnt hatte und es Nächte gab, in denen ich keine Minute die Augen zugemacht hatte) und dann musste ich aufgrund meiner Periode zwei Mal aus dem Schlaf gerissen werden.

Aber dank der Menstruationstasse ist alles anders. Zwar leere ich nachts ab und zu den Cup aus, da ich manchmal auf die Toilette gehe, um zu pinkeln oder Durst bekomme und einen Schluck Wasser aus dem Wasserhahn brauche. Wichtig ist aber: Ich müsste die Tasse nicht ausleeren, da sie ein genügend großes Volumen aufweist, um meine Fontaine an Blut aufzufangen. Ebenso war schwimmen im Sommer problemlos und stressfrei möglich.

AUCH AUF ÖFFENTLICHEN TOILETTEN KEINE HEXEREI

Wenn ich in öffentlichen Toiletten meine Tasse ausleere, dann nehme ich nun immer eine kleine Flasche Wasser mit, dann kann ich sie in der Kabine über der Klomuschel abspülen. Das klappt tadellos. Zu Hause oder bei Freunden ist das Auswaschen ohnedies nie eine Hexerei.

Wen es interessiert: Ich habe einen SELENA CUP in mittlerer Größe (unbezahlte, unbeauftragte Werbung).

Wer sich unsicher ist, kann sich aber bei seine/m Gynäkologen/in beraten lassen oder er schaut mal auf die Website www.erdbeerwoche.at (ebenfalls unbezahlte Werbung). Das Unternehmen erdbeerwoche besteht aus einem kleinen Team, das alles gibt, um beste nachhaltige Monatshygiene-Produkte liefern zu können. Vor einiger Zeit habe ich einmal eine Geschichte über die Gründerinnen von erdbeerwoche publiziert. Gerne könnt ihr diese Geschichte auch auf unserem Blog nachlesen -> Link.  Man kann erdbeerwoche eine Mail schreiben oder direkt dort anrufen und sich so zu diversen Produkten beraten lassen.

„Be a switch!“

Alles Liebe,

Eure Lisa

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar