Aus den Kosmetik- und Putzmittelregalen springen sie einem ungefragt entgegen: Parabene und hormonverändernde Stoffe, Toxine und Pestizide, Mikroplastik und Polymere, Allergene sowie zellverändernde Substanzen. Die Liste an bedenklichen Inhaltsstoffen scheint grenzenlos. Doch woran erkennt man, welche Produkte gesundheitsschädigend sind und welche nicht? Was machen diese vermeintlich schlechten Stoffe mit unserem Körper? Welche nachhaltigen Alterativen gibt es?

„Ein junger Mensch leidet an Demenz und keiner weiß warum. Ein anderer erkrankt an Krebs, der immer gesund gelebt hat“, sagt Patricia Schrafl, gelernte Ergotherapeutin, heute Netzwerkerin für Naturkosmetikprodukte (RINGANA), TCM-Ernährungsberaterin, Shiatsu-Praktikerin und Betreiberin ihres One-Woman Unternehmens „Frisch mit Patricia“. Neben einem außergewöhnlichen Anstieg an Demenz- und Krebspatienten, zeigt sich eine wachsende Zahl an Autoimmunerkrankungen, dazu zählen Multiples Sklerose, Arthritis, Hashimoto, Diabetes oder Lupus. Expertin Patricia Schrafl zieht Umweltgifte in die Verantwortung: „Für mich sind die wirklich ernstzunehmenden Gesundheitsprobleme genau jene, die nicht gleich Probleme sind. Wir merken nicht sofort, was wir unserem Körper antun, wenn wir ein Shampoo eines namhaften Herstellers verwenden, ein stinknormales Fensterputzmittel auf das Glas sprühen oder Plastikgeschirr für unsere Kinder kaufen. Der Schaden zeigt sich meist Jahrzehnte später.“

Die Industrie kaschiert gefährliche Inhaltsstoffe.

Was uns letztlich krank macht, ist schwer zu sagen. Vermutlich ist es das Menü, das sich der Otto-Normalverbraucher täglich äußerlich und innerlich einverleibt: Eine Messerspitze Parabene, eine Prise Mikroplastik und etwas Schwermetalle, garniert mit Erdöl und Pestiziden. Die Industrie kaschiert gruselig anmutende Nomen mit reizenden Attributen, wie „weiches Haar“, „trockene Achsel“, „knackiger Apfel“ oder „länger frisch“. Nach wie vor sind in der EU zahlreiche Inhaltsstoffe genehmigt, die als schädlich für Körper und Natur zu werten sind.

Wenn (leider) nur das Ergebnis eine Rolle spielt.

Gerade im Badezimmer ist es oft wichtig, schnell jenes Resultat zu erlangen, auf das man abzielt. Das Deo soll die Achsel trocken halten und dank Shampoo soll das Haar nicht nur sauber, sondern seidenweich werden. Wasch- und Reinigungsmittel für den Haushalt sollen in möglichst kurzer Zeit, möglichst viel Schmutz beseitigen und einen sauberen Glanz sowie dezenten Duft hinterlassen. Dass man seinen Körper in dieser kurzen Zeit jedoch mit einer Masse an Parabenen anreichert, nimmt man nicht wahr.

Unfruchtbarkeit und Krebs werden getriggert.

Parabene werden in zahlreichen konventionellen Kosmetikprodukten und Putzmitteln als Konservierungsstoffe eingesetzt, um die Haltbarkeit zu steigern. Dabei handelt es sich jedoch um hormonell wirksame Substanzen, die mit Phänomenen wie Unfruchtbarkeit, zu frühe Pubertät und Brust-, Prostata,- oder Hodenkrebs in Verbindung gebracht werden. „Parabene werden sehr leicht über die Haut aufgenommen und beeinflussen den gesamten Körper“, erklärt Naturkosmetikfachfrau Patricia Schrafl. Sie macht deutlich, dass in zertifizierten Naturprodukten Paraben-Verbindungen nicht erlaubt sind, ebenso wenig sind darin andere gesundheitsschädigende Stoffe enthalten.

Die Begriffe Naturkosmetik und natürliche Reinigungsmittel sind nicht geschützt.

Das Problem ist jedoch, dass man als Laie nur schwer zertifizierte Naturkosmetik und natürliche Reinigungsmittel von jenen Produkten unterscheiden kann, die sich bloß als solche tarnen. „Die Begriffe sind nicht geschützt. Man kann jedoch auf das Siegel von Ecocert Greenlife vertrauen, man nennt es auch Ecocert- oder Cosmos-Siegel. Durch das Siegel wird eine Umweltverträglichkeit im Verlauf des gesamten Produktionsprozesses sichergestellt.“, so Schrafl.

Die zweifache Mutter achtet seit jeher auf gesunden, nachhaltigen Lebensstil, dass jedoch vor allem jene Produkte ihres Badezimmerschranks eine so große Rolle für Körper und Natur spielen, hat sie erst realisiert, als sie vor über sechs Jahren mit ihrem ersten Kind schwanger war. „Da wurde mir bewusst, dass ich fortan nicht nur eine Verantwortung mir, sondern einem anderen Lebewesen gegenüber habe“, sagt Patricia Schrafl. Die heute 36-Jährige hat begonnen ihren Badezimmerschrank und Putzmittelvorrat hinsichtlich aller Inhaltsstoffe zu zerpflücken. Der Großteil aller Tuben, Dosen und Tegel ist aufgrund schwer bedenklicher Substanzen im Müll gelandet und geprüfte Frischekosmetik hat deren Platz eingenommen.

Allergien sind ein Warnsignal der Gesundheit.

Tenside und Emulgatoren haben in Schrafls Haushalt keine Daseinsberechtigung mehr. Sie finden sich aber durch die Bank in allen gängigen Reinigungsmitteln und Beautyartikeln, um deren einheitliche Konsistenz zu bewahren, sie etwa cremiger zu machen oder ihre Fließeigenschaften zu verbessern. Im Körper zerstören chemische Tenside und Emulgatoren Zellmembranen, machen die Hautbarriere brüchig und angreifbar für pathogene Viren und Bakterien, können Allergien auslösen und, wie wäre es auch anders zu erwarten, können Krebs begünstigen. „Allergien werte ich nicht automatisch als negativ. Wenn jemand eine Allergie entwickelt, ist das ein Warnsignal des Körpers, dem man auf den Grund gehen sollte, ehe etwas Schlimmes droht“, erklärt Patricia Schrafl.

Vielen Leuten ist nicht bewusst, wie wichtig insbesondere ökologische Haushaltsreinigung ist. Wir atmen die Reinigungsmittel mit unseren Lungen ein, die Hände kommen damit in Berührung, Kinder und Haustiere lecken sie von Oberflächen ab und wir tragen die Kleidung eng an unserem Körper, die wir mit giftigen Waschsubstanzen reinigen.

Putzen ohne Putzmittel. Zu schön, um wahr zu sein?

Patricia Schrafl: „Aus diesem Grund reinige ich ohne Reinigungsmittel. Klingt paradox ist es aber nicht. Es gibt besondere Mikrofasersysteme verschiedener Hersteller, die es möglich machen Bad, Fenster und Boden mit purem Wasser zu reinigen.“ Sogar Kleidung kann man zu 100% Waschmittel frei reinigen. Hierzu ersteht man einen preiswerten Öko-Waschball, der innerlich mit kleinen Steinen gefüllt ist und äußerlich dezente Noppen aufweist. Dank der mikrobiellen und reinigenden Eigenschaften der Mineralien im Ballinneren wird die Wäsche von sämtlichen Gerüchen und Schmutz befreit. Rund drei Jahre lang kann so ein Ball im Einsatz sein, ehe er ausgetauscht werden muss.

Aber auch auf das Wunder der Natur kann man bei der Haushaltsreinigung bauen. Mit nur einer Hand voll Rosskastanien oder ein paar wenigen Efeublättern lässt sich im Nu ein schonendes Allroundmittel herstellen, das sich perfekt zur Reinigung von Wäsche, Geschirr und Flächen eignet.

Bei der Reinigung im Haushalt sollte man sich jedenfalls unweigerlich an ein Credo halten: Je stechender einem ein Putzmittelgeruch in die Nase steigt, je größer der aufgedruckte Slogan einen Bleicheffekt verspricht, je mehr Warnsignale darauf abgedruckt sind, wie etwa ein Totenkopf oder ein sterbender Baum mit toten Fischen (ja, dieses Zeichen gibt es) und ist obendrein vielleicht sogar noch ein Schraubverschluss mit Kindersicherung angebracht, dann sollte man die Finger davon lassen. „Im Zweifelsfall wird halt etwas nicht mehr ganz so sauber. Die Gesundheit sollte einem wichtiger sein“, bringt es Fachfrau Schrafl auf den Punkt.

Gut gepflegt mit Erdöl?

In vielen Produkten steckt obendrein Erdöl, das nicht nur hinsichtlich seiner umweltzerstörerischen Eigenschaft zu hinterfragen ist. Erdöl, das insbesondere in Cremes verarbeitet wurde, dichtet unsere Haut zunehmend ab. Sie wirkt nur scheinbar weich, in Wahrheit wird sie unter einem Erdölfilm regelrecht erstickt und trocknet erst recht aus. Dieses Gefühl kennt man zum Beispiel von 0-8-15-Lippenpflege, durch welche die Lippen letztlich spröder werden als sie es je waren. Und wieder: Erdöl erhöht das Krebsrisiko. Erdöl kommt in großen Mengen in Handcremes oder Lippenstiften vor, es steckt in Haarwax oder Vaseline.

Keine Macht dem Alu!  

Aluminium ist ohnedies seit Jahrzehnten verschrien, man kennt es vor allem aus dem Zusammenhang mit Deodorants. Es hemmt zwar den Schweißfluss, weshalb es als Antitranspirant Wunder vollbringt. Aluminium ist jedoch ein Metall, das sich in unserem Körper ablagert. Es steht im Verdacht, nervenschädigend zu wirken und sohin den Ausbruch von Demenz und Alzheimer-Erkrankungen, Parkinson oder Multiples Sklerose zu begünstigen. Schrafl: „Außerdem soll es sich auf die Fruchtbarkeit von Frau und Mann auswirken und Brustkrebs fördern.“ Daher sollte man auch in der Küche auf Alu-Folie verzichten und stattdessen zu natürlichen Bienenwachstüchern, ökologisch abbaubarem Butterbrotpapier oder gläsernen Aufbewahrungsbehältern greifen, um angebrochene Lebensmittel vor dem Verderben zu schützen. Ebenso ist von Konserven- und Getränkedosen abzuraten, stattdessen lieber Einmachgläser und Glasflaschen im Supermarkt kaufen.

Vorsicht vor Öko-Deokristallen!

Besonders heimtückisch sind Öko-Deos aus Alaun-Kristall. Alaun ist zwar ein ökologisch nachhaltiges Naturprodukt, auf die körperbezogene Gesundheit bezogen, ist jedoch davon abzuraten, da es chemisch betrachtet sogenanntes Aluminiumkaliumsulfat ist. Selbst, wenn ein Aufdruck sie als „Aluminium frei“ bezeichnet, enthalten sie weit mehr Aluminium als gut tut.

Wir essen eine Plastik-Kreditkarte pro Woche.

Jetzt haben wir das Aluminium zwar in der Vergangenheit gelassen, nun müssen wir uns aber noch vorstellen, die eigene Geldbörse zu öffnen, die Bankomatkarte zu zücken und was zu tun? Abzubeißen! Der durchschnittliche Österreicher nimmt das Gewicht einer Kreditkarte an Plastik pro Woche zu sich. Im Magen von Kleinkindern landet tendenziell noch mehr, da sie aufgrund von Babyfläschchen, Plastiklöffel und Kunststoffgeschirr eben noch intensiver damit in Berührung kommen und obendrein noch alles abkauen. Plastik lauert letztlich überall, es scheint man könnte ihm gar nicht mehr entkommen. „Mikroplastik steckt in Peelings, in Zahnpasten, in Reinigungsmitteln mit Scheuereffekt, unsere Lebensmittel sind in Plastik abgepackt, die Zahnbürste ist aus Plastik, Frischhalte- und Jausenboxen sind aus Kunststoff hergestellt“, so Schrafl.

Nanoplastik im menschlichen Blut nachgewiesen.

Mikroplastik auf Nanoebene macht Putzmittel und Kosmetika wasserlöslicher oder flüssiger, gelförmiger oder wachsförmiger in deren Struktur. Wir schneiden auf einem Plastikschneidbrett das Gemüse und seien die Nudeln in einem Kunststoffsieb ab. Wasser bewegt sich in einer Sportflasche auf und ab und das Fertiggericht wird gleich samt der Kunststoffverpackung in der Mikrowelle erhitzt. Ständig werden aufgrund von Erosion, Zerkratzen, Zerschneiden oder Erwärmen mikroskopisch kleine Plastikteilchen frei, die zum Schluss von uns gegessen oder getrunken werden. Sogar im menschlichen Blut können Wissenschaftler bereits Plastikpartikel nachweisen.

Bei genauerer Betrachtung gibt es jedoch schon sehr gute Plastikalternativen, sei es nun die Holzzahnbürste, die Edelstahltrinkflasche oder Brotaufstrich im Schraubglas. Manches Mal muss man sich nur die Zeit nehmen, eine Alternative zu suchen und es lohnt sich.

Kunststoffe und die chemischen Verbindungen aus denen sie hergestellt sind, unterliegen zwar strengen EU-Richtlinien, doch gesund sind sie keineswegs, möge der Hersteller es auch noch so anpreisen. Plastik ist nichts Natürliches und neben der Kernspaltung vielleicht die dümmste Entwicklung der Neuzeit.

Parabene, Aluminium, Mikroplastik, Polymere, Toxine und fragwürdigen Substanzen verschiedenster Art landen schließlich über das Abwasser in den Kläranlagen, denen es nicht oder nur bedingt gelingt, die Schadstoffe herauszufiltern. Letztlich sickert der Sud in unsere Bäche, in unser Grundwasser und damit wieder in unser Trinkwasser und in unsere auf den Feldern angebauten Lebensmittel. Zum Schluss nehmen wir alles erneut zu uns. Wie heißt es im Jargon? „Da beißt sich die Katze in den Schwanz.“ Wird Zeit, dass wir sie von ihrem Leid erlösen. Fangen wir bei uns zu Hause an.

 

HILFREICHE APP: Codecheck

Die Inhaltsstoffe und Zutatenliste von Kosmetika, Putzmitteln und Nahrungsmitteln zu studieren erscheint so manches mal als Lebensaufgabe, vor allem, weil sich Toxine gerne hinter exotischen Namen verbergen. Mit der kostenlosen App „Codecheck“ lassen sich in Sekundenschnelle Strichcodes sämtlicher Produkte scannen. Die App zeigt einem schließlich an, ob sich in dem erwählten Produkt wenig bedenkliche, bedenkliche oder gar schwer bedenkliche Inhaltsstoffe verstecken und erklärt außerdem, wieso diese darin vorkommen und welche Auswirkung sie auf Mensch und Natur haben. Außerdem zeigt die App an, ob ein Produkt vegetarisch oder vegan, laktose- oder glutenhaltig ist oder ob Mikroplastik oder Palmöl darin stecken. Kleiner Tipp: Scannen Sie mal ihr Badezimmer!

 

Wie sieht der Inhalt eures Badezimmer- bzw. eures Putzmittelschranks aus?

Be switched!

Alles Liebe,

Eure Lisa

 

P.S.: Ach ja und das ist Patricia Schrafl, selbstständige 2fach Mama, Ringana-Frischepartnerin, TCM Ernährungsberaterin, SHIATSU Praktikerin & Green Networkerin

Wollt ihr mehr über sie als Person und ihr Tun erfahren? Dann klickt ein HIER.