Ihr botanischer Name lautet Allium cepa, gemeint ist die banale Speisezwiebel, die in beinahe jedem Vorratsschrank zu finden ist. Um ihre gesundheitsfördernde Wirkung wusste man bereits im alten Rom Bescheid. Dort wurde die Zwiebel schon vor über 2000 Jahren zur Heilung von Atemwegserkrankungen, Asthma, Herzleiden, Rheuma und Insektenstichen verwendet. Warum weiß Ernährungswissenschafterin Lisa Kerschbaumer, MSc.  

„In meiner ersten Schwangerschaft hatte ich schrecklichen Schnupfen, dass ich nachts nur schlafen konnte, wenn rund um meinen Kopf überall Zwiebelstücke lagen, die ich in Geschirrtücher gewickelt hatte. Mein Mann und ich haben während dieser Zeit getrennt geschlafen, da das ganze Zimmer und ich selbst wie ein einziger, riesiger Döner Kebab gerochen haben“, erinnert sich Ernährungswissenschafterin Lisa Kerschbaumer MSc. lachend zurück. So amüsant diese Anekdote klingt, so viel Sinnvolles steckt in ihr.

Die Speisezwiebel ist eine vielschichtige Wunderwaffe. Zahlreiche Studien belegen, dass das scharfe Gemüse entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften aufweist und vor allem bei Atemwegsinfekten, wie Husten, Schnupfen, Halsweh, Heiserkeit und Ohrenschmerzen, rasch für Abhilfe sorgt. Darüber hinaus soll der Verzehr von Zwiebeln den Cholesterinspiegel senken, den Blutzucker stabilisieren, Magen-Darm-Erkrankungen lindern, Entzündungen heilen und sogar Krebs vorbeugen. Das kommt nicht von ungefähr.

HILFE BEI: HOHEM BLUTDRUCK, ALLERGIEN & DEPRESSIVEN PHASEN. 

Lisa Kerschbaumer MSc.: „In kaum einer anderen Speisepflanze stecken so viele unterschiedliche gesundheitsfördernde Stoffe, wie in der Zwiebel. In ihr findet sich etwa Kalium, das unsere Herzgesundheit und den Blutdruck positiv beeinflusst. Kalzium und Phosphor sind essentiell für den Knochen- und Zahnaufbau, ersteres obendrein hilfreich bei Allergien. Eisen braucht der Körper für den Sauerstofftransport im Blut und macht uns fit und munter. Selen hat eine antioxidative Wirkung, kann Schwermetalle binden und entartete Zellen bekämpfen. Jod wird von der Schilddrüse benötigt und B-Vitamine sorgen für einen ausgeglichenen Gemütszustand und gesunde Nervenzellen – nicht unwichtig während der dunklen Jahreszeiten, in denen man oft von Herbst- und Winterdepressionen geplagt wird.“

Zudem steckt eine große Portion Vitamin C in der Zwiebel, das uns vielleicht nicht gänzlich vor Verkühlungen bewahrt, aber uns hilft, diese deutlich schneller zu überstehen. Hinzu kommen ganz spezielle antimikrobielle Schwefelverbindungen, zwanzig ätherische Öle, wie etwa das Senföl, sowie das zusätzlich antiallergisch wirkende Flavonoid Kaempferol. Genau die Stoffe sind es, die gegen Erkältungen und Entzündungen verschiedener Art vorgehen. So kann eine halbierte Zwiebel einen übel brennenden Insektenstich binnen von Minuten lindern. Obendrein helfen die genannten Substanzen dabei, geschwollene Atemwege zu befreien, Bronchien zu weiten, fest sitzenden Hustenschleim zu verflüssigen und Halsentzündungen zu lindern. Bei Gelenksentzündungen, wie sie bei Rheuma vorkommen, soll die Zwiebel schon Unfassbares bewirkt haben.

ZELLERNEUERND. ANTIOXIDANTISCH. KREBSHEMMEND.

„Nicht nur während des Winters, sondern generell interessant, ist das in der Zwiebel enthaltene Flavonoid Quercetin. Es wirkt antioxidantisch der Zellalterung entgegen und weist einen krebs- und tumorhemmenden Effekt auf. Während viele Stoffe in der Zwiebel nur roh verzehrt ihre Wirkung zeigen, überstehen Flavonoide, wie Quercentin oder Kaempferol, selbst hohe Temperaturen beim Kochen“, erklärt Kerschbaumer. Auch Vitamin-C wird erst bei Temperaturen um die 180°C wirkungslos. „Zwiebel, die zu lange im Kühlschrank oder gar in geschältem oder geschnittenem Zustand aufbewahrt werden, verlieren zunehmend ihre Heilkraft und ihren Geschmack – oftmals zeigt sich auf der Zunge eine metallische Note. Zwiebel daher lieber mit Schale dunkel und trocken aufbewahren und erst schälen, wenn sie weiterverarbeitet werden. So bleiben möglichst viele Inhaltsstoffe enthalten und die Speisepflanze wirkt weniger blähend“, so die Expertin.

Es gibt durchaus viele Menschen, die rohen Zwiebel als Nahrungsmittel genossen, nie gut vertragen und mit Flatulenzen oder Sodbrennen reagieren. Bekömmlicher sind milde Salatzwiebelsorten, roter Zwiebel oder Schalotten. Außerdem wird roher Zwiebel milder, wenn man ihn vor dem Genuss einsalzt oder mit Honig beträufelt.

„Die meisten zwiebelhaltigen Hausmittelrezepte, die gegen Infekte und Entzündungen helfen, sehen ohnedies selten vor, rohen Zwiebel zu verzehren. Meist wird er als milder Sirup getrunken, als Essenz aufgetragen, als Wickel aufgelegt oder einfach bloß aufgeschnitten im Zimmer des Erkrankten verteilt“, sagt die Ernährungsexpertin Lisa Kerschbaumer MSc.  Auf jeden Fall lässt sich eines sagen: Die Zwiebel ist ein Multitalent aus der Speisemedizin. Und was das Geldbörserl betrifft: günstig obendrein. Vielleicht erspart einem ein Zwiebelrezept sogar den nächsten Gang zur Apotheke.

CONCLUSIO: Natürlich kommt man nicht immer um einen Arztbesuch herum und ab und an müssen es auch synthetische Arzneistoffe sein, um wieder gesund zu werden. Aber, die Naturapotheke hält einiges parat, das es sich auszuprobieren lohnt. 

Nun denn… „Be a switch“ und probiere mal unsere liebsten Zwiebel-Rezepte aus, die dich und deine Liebsten wieder gesund und fit machen!

Deine Lisa

 

Beliebte Rezepte aus der Zwiebelapotheke

(Die Rezepte sollten bereits bei Kindern vor dem ersten Geburtstag unproblematisch zur Anwendung kommen dürfen – dennoch bitte vorab mit dem Kinderarzt klären.)

Zwiebelwickel am Ohr – Bei Ohrenschmerzen

Dafür wird eine Zwiebel in kleine Stücke gehackt, in ein dünnes Stofftaschentuch eingeschlagen und kurz über Wasserdampf erwärmt. Das warme Zwiebelpaket legt man anschließend auf das entzündete Ohr und zwar so, dass auch der Knochenanteil des Kopfes hinter dem Ohr bedeckt ist. Das Zwiebelpäckchen fixiert man am besten mit einem Stirnband und lässt es für mindestens eine Stunde am Ohr. Das Prozedere sollte dreimal pro Tag wiederholt werden. Es kann damit eine schnelle Schmerzlinderung erzielt werden.

Warme Zwiebelsocken – Bei grippalen Infekten aller Art

Hierfür wird eine Zwiebel zentimeterdick in Scheiben geschnitten. Die Zwiebelscheiben sollten angewärmt werden, zum Beispiel an einer Wärmeflasche. Anschließend – je nach Fußgröße – ein bis drei Zwiebelscheiben an jede Fußsohle legen. Im Anschluss kommen dünne Socken zur Fixierung darüber, danach noch dicke für die wärmende Wirkung. Die Füße können obendrein noch auf einer Wärmeflasche oder einer Heizdecke platziert werden. Die Socken sollte man nur so lange tragen, bis die Füße anfangen kalt zu werden.

Zwiebelsirup – Bei Husten, Heiserkeit und Halsweh

Eine große Zwiebel schälen, hacken und in ein Glas mit Schraubverschluss füllen. Anschließend zwei Esslöffel Zucker hinzugeben (oder wahlweise zwei Esslöffel Honig), das Glas verschließen, schütteln und für mindestens zwei Stunden stehen lassen. Empfohlen wird, mindestens vier Esslöffel über den Tag verteilt einzunehmen (Überdosierung ist kaum möglich).

 

 

 

 

Ernährungswissenschafterin Lisa Kerschbaumer, MSc

Educa-die richtige Ernährung für Ihr Kind

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