Er ist prall. Er ist hart. Er ist definitiv nicht klein. Er liegt gut in der Hand. Er versagt einfach nie. Neugierig geworden? Neidisch? Kann ich verstehen…  Dabei kann ihn einfach jede und jeder haben. Ein paar Euros genügen. Wer ist er? Mein Waschball!

Wäsche waschen ist so ein leidiges Thema bei uns zu Hause. Ich hasse es und wie ich es hasse. Ich muss jeden Tag mindestens eine Maschine einschalten, sonst schaffe ich es nicht, die Lawinen an Schmutzwäsche zu bewältigen. Sie setzen sich aus Babylätzchen mit eingetrocknetem Porridge, Kinderjeans voller Grasflecken, geruchsbelästigender Hundedecken und mit Schweiß getränkten Sportshirts zusammen. All das sammelt sich in einem übergroßen Wäschesack, in dem alles so lange vor sich hindümpelt, bis es in der Trommel landet. Dieses Wäschegräuel ohne Schwierigkeiten rein und geruchsneutral zu kriegen, und es dabei nicht gleichzeitig böser Chemie auszusetzen, grenzt an ein Weltwunder.

Da mein großer Sohn unter sehr empfindlicher Haut leidet und zu Ekzemen neigt, habe ich die letzten vier Jahre nur mit babyhautverträglichem Bio-Waschmittel ohne Duftstoffe gewaschen. Nachteile: es kriegt nicht alles rein, weshalb ich einige Kleidungsstücke händisch vorwasche, ich muss es in einer Drogerie kaufen und kann es nicht einfach im nächsten Supermarkt mitnehmen. Und: Es ist teuer.

Vor drei Monaten etwa wurde meine Hausmütterchenwelt in den siebten Himmel katapultiert. Ich sehe meinen Waschraum durch die rosarote Brille, denn ich habe ja „ihn“. Ihn, der meine kühnsten Träume wahr werden lässt und mich nie im Stich lässt. Mein Öko-Waschball schafft es, mit nur kleinen Mineralienkügelchen bestückt, bei 30°C Normalwaschgang, meine alltägliche Familienwäsche rein und geruchsfrei zu bekommen. 3 Jahre soll ich mit ihm nun „gratis“ waschen können. Keine Extrakosten. Keine Chemie. Kein Spaß. Keine bezahlte Werbung. Das sind lediglich die Worte einer Hausfrau, die eine Affäre mit ihrem Waschball führt. Dem Gatten und seinen Hemden gefällt´s. 

Wie wäscht ihr eure schmutzige Wäsche? Oder habt ihr alle weiße Westen? 😉 

Be switched!

Eure Lisa


Ihr botanischer Name lautet Allium cepa, gemeint ist die banale Speisezwiebel, die in beinahe jedem Vorratsschrank zu finden ist. Um ihre gesundheitsfördernde Wirkung wusste man bereits im alten Rom Bescheid. Dort wurde die Zwiebel schon vor über 2000 Jahren zur Heilung von Atemwegserkrankungen, Asthma, Herzleiden, Rheuma und Insektenstichen verwendet. Warum weiß Ernährungswissenschafterin Lisa Kerschbaumer, MSc.  

„In meiner ersten Schwangerschaft hatte ich schrecklichen Schnupfen, dass ich nachts nur schlafen konnte, wenn rund um meinen Kopf überall Zwiebelstücke lagen, die ich in Geschirrtücher gewickelt hatte. Mein Mann und ich haben während dieser Zeit getrennt geschlafen, da das ganze Zimmer und ich selbst wie ein einziger, riesiger Döner Kebab gerochen haben“, erinnert sich Ernährungswissenschafterin Lisa Kerschbaumer MSc. lachend zurück. So amüsant diese Anekdote klingt, so viel Sinnvolles steckt in ihr.

Die Speisezwiebel ist eine vielschichtige Wunderwaffe. Zahlreiche Studien belegen, dass das scharfe Gemüse entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften aufweist und vor allem bei Atemwegsinfekten, wie Husten, Schnupfen, Halsweh, Heiserkeit und Ohrenschmerzen, rasch für Abhilfe sorgt. Darüber hinaus soll der Verzehr von Zwiebeln den Cholesterinspiegel senken, den Blutzucker stabilisieren, Magen-Darm-Erkrankungen lindern, Entzündungen heilen und sogar Krebs vorbeugen. Das kommt nicht von ungefähr.

HILFE BEI: HOHEM BLUTDRUCK, ALLERGIEN & DEPRESSIVEN PHASEN. 

Lisa Kerschbaumer MSc.: „In kaum einer anderen Speisepflanze stecken so viele unterschiedliche gesundheitsfördernde Stoffe, wie in der Zwiebel. In ihr findet sich etwa Kalium, das unsere Herzgesundheit und den Blutdruck positiv beeinflusst. Kalzium und Phosphor sind essentiell für den Knochen- und Zahnaufbau, ersteres obendrein hilfreich bei Allergien. Eisen braucht der Körper für den Sauerstofftransport im Blut und macht uns fit und munter. Selen hat eine antioxidative Wirkung, kann Schwermetalle binden und entartete Zellen bekämpfen. Jod wird von der Schilddrüse benötigt und B-Vitamine sorgen für einen ausgeglichenen Gemütszustand und gesunde Nervenzellen – nicht unwichtig während der dunklen Jahreszeiten, in denen man oft von Herbst- und Winterdepressionen geplagt wird.“

Zudem steckt eine große Portion Vitamin C in der Zwiebel, das uns vielleicht nicht gänzlich vor Verkühlungen bewahrt, aber uns hilft, diese deutlich schneller zu überstehen. Hinzu kommen ganz spezielle antimikrobielle Schwefelverbindungen, zwanzig ätherische Öle, wie etwa das Senföl, sowie das zusätzlich antiallergisch wirkende Flavonoid Kaempferol. Genau die Stoffe sind es, die gegen Erkältungen und Entzündungen verschiedener Art vorgehen. So kann eine halbierte Zwiebel einen übel brennenden Insektenstich binnen von Minuten lindern. Obendrein helfen die genannten Substanzen dabei, geschwollene Atemwege zu befreien, Bronchien zu weiten, fest sitzenden Hustenschleim zu verflüssigen und Halsentzündungen zu lindern. Bei Gelenksentzündungen, wie sie bei Rheuma vorkommen, soll die Zwiebel schon Unfassbares bewirkt haben.

ZELLERNEUERND. ANTIOXIDANTISCH. KREBSHEMMEND.

„Nicht nur während des Winters, sondern generell interessant, ist das in der Zwiebel enthaltene Flavonoid Quercetin. Es wirkt antioxidantisch der Zellalterung entgegen und weist einen krebs- und tumorhemmenden Effekt auf. Während viele Stoffe in der Zwiebel nur roh verzehrt ihre Wirkung zeigen, überstehen Flavonoide, wie Quercentin oder Kaempferol, selbst hohe Temperaturen beim Kochen“, erklärt Kerschbaumer. Auch Vitamin-C wird erst bei Temperaturen um die 180°C wirkungslos. „Zwiebel, die zu lange im Kühlschrank oder gar in geschältem oder geschnittenem Zustand aufbewahrt werden, verlieren zunehmend ihre Heilkraft und ihren Geschmack – oftmals zeigt sich auf der Zunge eine metallische Note. Zwiebel daher lieber mit Schale dunkel und trocken aufbewahren und erst schälen, wenn sie weiterverarbeitet werden. So bleiben möglichst viele Inhaltsstoffe enthalten und die Speisepflanze wirkt weniger blähend“, so die Expertin.

Es gibt durchaus viele Menschen, die rohen Zwiebel als Nahrungsmittel genossen, nie gut vertragen und mit Flatulenzen oder Sodbrennen reagieren. Bekömmlicher sind milde Salatzwiebelsorten, roter Zwiebel oder Schalotten. Außerdem wird roher Zwiebel milder, wenn man ihn vor dem Genuss einsalzt oder mit Honig beträufelt.

„Die meisten zwiebelhaltigen Hausmittelrezepte, die gegen Infekte und Entzündungen helfen, sehen ohnedies selten vor, rohen Zwiebel zu verzehren. Meist wird er als milder Sirup getrunken, als Essenz aufgetragen, als Wickel aufgelegt oder einfach bloß aufgeschnitten im Zimmer des Erkrankten verteilt“, sagt die Ernährungsexpertin Lisa Kerschbaumer MSc.  Auf jeden Fall lässt sich eines sagen: Die Zwiebel ist ein Multitalent aus der Speisemedizin. Und was das Geldbörserl betrifft: günstig obendrein. Vielleicht erspart einem ein Zwiebelrezept sogar den nächsten Gang zur Apotheke.

CONCLUSIO: Natürlich kommt man nicht immer um einen Arztbesuch herum und ab und an müssen es auch synthetische Arzneistoffe sein, um wieder gesund zu werden. Aber, die Naturapotheke hält einiges parat, das es sich auszuprobieren lohnt. 

Nun denn… „Be a switch“ und probiere mal unsere liebsten Zwiebel-Rezepte aus, die dich und deine Liebsten wieder gesund und fit machen!

Deine Lisa

 

Beliebte Rezepte aus der Zwiebelapotheke

(Die Rezepte sollten bereits bei Kindern vor dem ersten Geburtstag unproblematisch zur Anwendung kommen dürfen – dennoch bitte vorab mit dem Kinderarzt klären.)

Zwiebelwickel am Ohr – Bei Ohrenschmerzen

Dafür wird eine Zwiebel in kleine Stücke gehackt, in ein dünnes Stofftaschentuch eingeschlagen und kurz über Wasserdampf erwärmt. Das warme Zwiebelpaket legt man anschließend auf das entzündete Ohr und zwar so, dass auch der Knochenanteil des Kopfes hinter dem Ohr bedeckt ist. Das Zwiebelpäckchen fixiert man am besten mit einem Stirnband und lässt es für mindestens eine Stunde am Ohr. Das Prozedere sollte dreimal pro Tag wiederholt werden. Es kann damit eine schnelle Schmerzlinderung erzielt werden.

Warme Zwiebelsocken – Bei grippalen Infekten aller Art

Hierfür wird eine Zwiebel zentimeterdick in Scheiben geschnitten. Die Zwiebelscheiben sollten angewärmt werden, zum Beispiel an einer Wärmeflasche. Anschließend – je nach Fußgröße – ein bis drei Zwiebelscheiben an jede Fußsohle legen. Im Anschluss kommen dünne Socken zur Fixierung darüber, danach noch dicke für die wärmende Wirkung. Die Füße können obendrein noch auf einer Wärmeflasche oder einer Heizdecke platziert werden. Die Socken sollte man nur so lange tragen, bis die Füße anfangen kalt zu werden.

Zwiebelsirup – Bei Husten, Heiserkeit und Halsweh

Eine große Zwiebel schälen, hacken und in ein Glas mit Schraubverschluss füllen. Anschließend zwei Esslöffel Zucker hinzugeben (oder wahlweise zwei Esslöffel Honig), das Glas verschließen, schütteln und für mindestens zwei Stunden stehen lassen. Empfohlen wird, mindestens vier Esslöffel über den Tag verteilt einzunehmen (Überdosierung ist kaum möglich).

 

 

 

 

Ernährungswissenschafterin Lisa Kerschbaumer, MSc

Educa-die richtige Ernährung für Ihr Kind

Aus den Kosmetik- und Putzmittelregalen springen sie einem ungefragt entgegen: Parabene und hormonverändernde Stoffe, Toxine und Pestizide, Mikroplastik und Polymere, Allergene sowie zellverändernde Substanzen. Die Liste an bedenklichen Inhaltsstoffen scheint grenzenlos. Doch woran erkennt man, welche Produkte gesundheitsschädigend sind und welche nicht? Was machen diese vermeintlich schlechten Stoffe mit unserem Körper? Welche nachhaltigen Alterativen gibt es?

„Ein junger Mensch leidet an Demenz und keiner weiß warum. Ein anderer erkrankt an Krebs, der immer gesund gelebt hat“, sagt Patricia Schrafl, gelernte Ergotherapeutin, heute Netzwerkerin für Naturkosmetikprodukte (RINGANA), TCM-Ernährungsberaterin, Shiatsu-Praktikerin und Betreiberin ihres One-Woman Unternehmens „Frisch mit Patricia“. Neben einem außergewöhnlichen Anstieg an Demenz- und Krebspatienten, zeigt sich eine wachsende Zahl an Autoimmunerkrankungen, dazu zählen Multiples Sklerose, Arthritis, Hashimoto, Diabetes oder Lupus. Expertin Patricia Schrafl zieht Umweltgifte in die Verantwortung: „Für mich sind die wirklich ernstzunehmenden Gesundheitsprobleme genau jene, die nicht gleich Probleme sind. Wir merken nicht sofort, was wir unserem Körper antun, wenn wir ein Shampoo eines namhaften Herstellers verwenden, ein stinknormales Fensterputzmittel auf das Glas sprühen oder Plastikgeschirr für unsere Kinder kaufen. Der Schaden zeigt sich meist Jahrzehnte später.“

Die Industrie kaschiert gefährliche Inhaltsstoffe.

Was uns letztlich krank macht, ist schwer zu sagen. Vermutlich ist es das Menü, das sich der Otto-Normalverbraucher täglich äußerlich und innerlich einverleibt: Eine Messerspitze Parabene, eine Prise Mikroplastik und etwas Schwermetalle, garniert mit Erdöl und Pestiziden. Die Industrie kaschiert gruselig anmutende Nomen mit reizenden Attributen, wie „weiches Haar“, „trockene Achsel“, „knackiger Apfel“ oder „länger frisch“. Nach wie vor sind in der EU zahlreiche Inhaltsstoffe genehmigt, die als schädlich für Körper und Natur zu werten sind.

Wenn (leider) nur das Ergebnis eine Rolle spielt.

Gerade im Badezimmer ist es oft wichtig, schnell jenes Resultat zu erlangen, auf das man abzielt. Das Deo soll die Achsel trocken halten und dank Shampoo soll das Haar nicht nur sauber, sondern seidenweich werden. Wasch- und Reinigungsmittel für den Haushalt sollen in möglichst kurzer Zeit, möglichst viel Schmutz beseitigen und einen sauberen Glanz sowie dezenten Duft hinterlassen. Dass man seinen Körper in dieser kurzen Zeit jedoch mit einer Masse an Parabenen anreichert, nimmt man nicht wahr.

Unfruchtbarkeit und Krebs werden getriggert.

Parabene werden in zahlreichen konventionellen Kosmetikprodukten und Putzmitteln als Konservierungsstoffe eingesetzt, um die Haltbarkeit zu steigern. Dabei handelt es sich jedoch um hormonell wirksame Substanzen, die mit Phänomenen wie Unfruchtbarkeit, zu frühe Pubertät und Brust-, Prostata,- oder Hodenkrebs in Verbindung gebracht werden. „Parabene werden sehr leicht über die Haut aufgenommen und beeinflussen den gesamten Körper“, erklärt Naturkosmetikfachfrau Patricia Schrafl. Sie macht deutlich, dass in zertifizierten Naturprodukten Paraben-Verbindungen nicht erlaubt sind, ebenso wenig sind darin andere gesundheitsschädigende Stoffe enthalten.

Die Begriffe Naturkosmetik und natürliche Reinigungsmittel sind nicht geschützt.

Das Problem ist jedoch, dass man als Laie nur schwer zertifizierte Naturkosmetik und natürliche Reinigungsmittel von jenen Produkten unterscheiden kann, die sich bloß als solche tarnen. „Die Begriffe sind nicht geschützt. Man kann jedoch auf das Siegel von Ecocert Greenlife vertrauen, man nennt es auch Ecocert- oder Cosmos-Siegel. Durch das Siegel wird eine Umweltverträglichkeit im Verlauf des gesamten Produktionsprozesses sichergestellt.“, so Schrafl.

Die zweifache Mutter achtet seit jeher auf gesunden, nachhaltigen Lebensstil, dass jedoch vor allem jene Produkte ihres Badezimmerschranks eine so große Rolle für Körper und Natur spielen, hat sie erst realisiert, als sie vor über sechs Jahren mit ihrem ersten Kind schwanger war. „Da wurde mir bewusst, dass ich fortan nicht nur eine Verantwortung mir, sondern einem anderen Lebewesen gegenüber habe“, sagt Patricia Schrafl. Die heute 36-Jährige hat begonnen ihren Badezimmerschrank und Putzmittelvorrat hinsichtlich aller Inhaltsstoffe zu zerpflücken. Der Großteil aller Tuben, Dosen und Tegel ist aufgrund schwer bedenklicher Substanzen im Müll gelandet und geprüfte Frischekosmetik hat deren Platz eingenommen.

Allergien sind ein Warnsignal der Gesundheit.

Tenside und Emulgatoren haben in Schrafls Haushalt keine Daseinsberechtigung mehr. Sie finden sich aber durch die Bank in allen gängigen Reinigungsmitteln und Beautyartikeln, um deren einheitliche Konsistenz zu bewahren, sie etwa cremiger zu machen oder ihre Fließeigenschaften zu verbessern. Im Körper zerstören chemische Tenside und Emulgatoren Zellmembranen, machen die Hautbarriere brüchig und angreifbar für pathogene Viren und Bakterien, können Allergien auslösen und, wie wäre es auch anders zu erwarten, können Krebs begünstigen. „Allergien werte ich nicht automatisch als negativ. Wenn jemand eine Allergie entwickelt, ist das ein Warnsignal des Körpers, dem man auf den Grund gehen sollte, ehe etwas Schlimmes droht“, erklärt Patricia Schrafl.

Vielen Leuten ist nicht bewusst, wie wichtig insbesondere ökologische Haushaltsreinigung ist. Wir atmen die Reinigungsmittel mit unseren Lungen ein, die Hände kommen damit in Berührung, Kinder und Haustiere lecken sie von Oberflächen ab und wir tragen die Kleidung eng an unserem Körper, die wir mit giftigen Waschsubstanzen reinigen.

Putzen ohne Putzmittel. Zu schön, um wahr zu sein?

Patricia Schrafl: „Aus diesem Grund reinige ich ohne Reinigungsmittel. Klingt paradox ist es aber nicht. Es gibt besondere Mikrofasersysteme verschiedener Hersteller, die es möglich machen Bad, Fenster und Boden mit purem Wasser zu reinigen.“ Sogar Kleidung kann man zu 100% Waschmittel frei reinigen. Hierzu ersteht man einen preiswerten Öko-Waschball, der innerlich mit kleinen Steinen gefüllt ist und äußerlich dezente Noppen aufweist. Dank der mikrobiellen und reinigenden Eigenschaften der Mineralien im Ballinneren wird die Wäsche von sämtlichen Gerüchen und Schmutz befreit. Rund drei Jahre lang kann so ein Ball im Einsatz sein, ehe er ausgetauscht werden muss.

Aber auch auf das Wunder der Natur kann man bei der Haushaltsreinigung bauen. Mit nur einer Hand voll Rosskastanien oder ein paar wenigen Efeublättern lässt sich im Nu ein schonendes Allroundmittel herstellen, das sich perfekt zur Reinigung von Wäsche, Geschirr und Flächen eignet.

Bei der Reinigung im Haushalt sollte man sich jedenfalls unweigerlich an ein Credo halten: Je stechender einem ein Putzmittelgeruch in die Nase steigt, je größer der aufgedruckte Slogan einen Bleicheffekt verspricht, je mehr Warnsignale darauf abgedruckt sind, wie etwa ein Totenkopf oder ein sterbender Baum mit toten Fischen (ja, dieses Zeichen gibt es) und ist obendrein vielleicht sogar noch ein Schraubverschluss mit Kindersicherung angebracht, dann sollte man die Finger davon lassen. „Im Zweifelsfall wird halt etwas nicht mehr ganz so sauber. Die Gesundheit sollte einem wichtiger sein“, bringt es Fachfrau Schrafl auf den Punkt.

Gut gepflegt mit Erdöl?

In vielen Produkten steckt obendrein Erdöl, das nicht nur hinsichtlich seiner umweltzerstörerischen Eigenschaft zu hinterfragen ist. Erdöl, das insbesondere in Cremes verarbeitet wurde, dichtet unsere Haut zunehmend ab. Sie wirkt nur scheinbar weich, in Wahrheit wird sie unter einem Erdölfilm regelrecht erstickt und trocknet erst recht aus. Dieses Gefühl kennt man zum Beispiel von 0-8-15-Lippenpflege, durch welche die Lippen letztlich spröder werden als sie es je waren. Und wieder: Erdöl erhöht das Krebsrisiko. Erdöl kommt in großen Mengen in Handcremes oder Lippenstiften vor, es steckt in Haarwax oder Vaseline.

Keine Macht dem Alu!  

Aluminium ist ohnedies seit Jahrzehnten verschrien, man kennt es vor allem aus dem Zusammenhang mit Deodorants. Es hemmt zwar den Schweißfluss, weshalb es als Antitranspirant Wunder vollbringt. Aluminium ist jedoch ein Metall, das sich in unserem Körper ablagert. Es steht im Verdacht, nervenschädigend zu wirken und sohin den Ausbruch von Demenz und Alzheimer-Erkrankungen, Parkinson oder Multiples Sklerose zu begünstigen. Schrafl: „Außerdem soll es sich auf die Fruchtbarkeit von Frau und Mann auswirken und Brustkrebs fördern.“ Daher sollte man auch in der Küche auf Alu-Folie verzichten und stattdessen zu natürlichen Bienenwachstüchern, ökologisch abbaubarem Butterbrotpapier oder gläsernen Aufbewahrungsbehältern greifen, um angebrochene Lebensmittel vor dem Verderben zu schützen. Ebenso ist von Konserven- und Getränkedosen abzuraten, stattdessen lieber Einmachgläser und Glasflaschen im Supermarkt kaufen.

Vorsicht vor Öko-Deokristallen!

Besonders heimtückisch sind Öko-Deos aus Alaun-Kristall. Alaun ist zwar ein ökologisch nachhaltiges Naturprodukt, auf die körperbezogene Gesundheit bezogen, ist jedoch davon abzuraten, da es chemisch betrachtet sogenanntes Aluminiumkaliumsulfat ist. Selbst, wenn ein Aufdruck sie als „Aluminium frei“ bezeichnet, enthalten sie weit mehr Aluminium als gut tut.

Wir essen eine Plastik-Kreditkarte pro Woche.

Jetzt haben wir das Aluminium zwar in der Vergangenheit gelassen, nun müssen wir uns aber noch vorstellen, die eigene Geldbörse zu öffnen, die Bankomatkarte zu zücken und was zu tun? Abzubeißen! Der durchschnittliche Österreicher nimmt das Gewicht einer Kreditkarte an Plastik pro Woche zu sich. Im Magen von Kleinkindern landet tendenziell noch mehr, da sie aufgrund von Babyfläschchen, Plastiklöffel und Kunststoffgeschirr eben noch intensiver damit in Berührung kommen und obendrein noch alles abkauen. Plastik lauert letztlich überall, es scheint man könnte ihm gar nicht mehr entkommen. „Mikroplastik steckt in Peelings, in Zahnpasten, in Reinigungsmitteln mit Scheuereffekt, unsere Lebensmittel sind in Plastik abgepackt, die Zahnbürste ist aus Plastik, Frischhalte- und Jausenboxen sind aus Kunststoff hergestellt“, so Schrafl.

Nanoplastik im menschlichen Blut nachgewiesen.

Mikroplastik auf Nanoebene macht Putzmittel und Kosmetika wasserlöslicher oder flüssiger, gelförmiger oder wachsförmiger in deren Struktur. Wir schneiden auf einem Plastikschneidbrett das Gemüse und seien die Nudeln in einem Kunststoffsieb ab. Wasser bewegt sich in einer Sportflasche auf und ab und das Fertiggericht wird gleich samt der Kunststoffverpackung in der Mikrowelle erhitzt. Ständig werden aufgrund von Erosion, Zerkratzen, Zerschneiden oder Erwärmen mikroskopisch kleine Plastikteilchen frei, die zum Schluss von uns gegessen oder getrunken werden. Sogar im menschlichen Blut können Wissenschaftler bereits Plastikpartikel nachweisen.

Bei genauerer Betrachtung gibt es jedoch schon sehr gute Plastikalternativen, sei es nun die Holzzahnbürste, die Edelstahltrinkflasche oder Brotaufstrich im Schraubglas. Manches Mal muss man sich nur die Zeit nehmen, eine Alternative zu suchen und es lohnt sich.

Kunststoffe und die chemischen Verbindungen aus denen sie hergestellt sind, unterliegen zwar strengen EU-Richtlinien, doch gesund sind sie keineswegs, möge der Hersteller es auch noch so anpreisen. Plastik ist nichts Natürliches und neben der Kernspaltung vielleicht die dümmste Entwicklung der Neuzeit.

Parabene, Aluminium, Mikroplastik, Polymere, Toxine und fragwürdigen Substanzen verschiedenster Art landen schließlich über das Abwasser in den Kläranlagen, denen es nicht oder nur bedingt gelingt, die Schadstoffe herauszufiltern. Letztlich sickert der Sud in unsere Bäche, in unser Grundwasser und damit wieder in unser Trinkwasser und in unsere auf den Feldern angebauten Lebensmittel. Zum Schluss nehmen wir alles erneut zu uns. Wie heißt es im Jargon? „Da beißt sich die Katze in den Schwanz.“ Wird Zeit, dass wir sie von ihrem Leid erlösen. Fangen wir bei uns zu Hause an.

 

HILFREICHE APP: Codecheck

Die Inhaltsstoffe und Zutatenliste von Kosmetika, Putzmitteln und Nahrungsmitteln zu studieren erscheint so manches mal als Lebensaufgabe, vor allem, weil sich Toxine gerne hinter exotischen Namen verbergen. Mit der kostenlosen App „Codecheck“ lassen sich in Sekundenschnelle Strichcodes sämtlicher Produkte scannen. Die App zeigt einem schließlich an, ob sich in dem erwählten Produkt wenig bedenkliche, bedenkliche oder gar schwer bedenkliche Inhaltsstoffe verstecken und erklärt außerdem, wieso diese darin vorkommen und welche Auswirkung sie auf Mensch und Natur haben. Außerdem zeigt die App an, ob ein Produkt vegetarisch oder vegan, laktose- oder glutenhaltig ist oder ob Mikroplastik oder Palmöl darin stecken. Kleiner Tipp: Scannen Sie mal ihr Badezimmer!

 

Wie sieht der Inhalt eures Badezimmer- bzw. eures Putzmittelschranks aus?

Be switched!

Alles Liebe,

Eure Lisa

 

P.S.: Ach ja und das ist Patricia Schrafl, selbstständige 2fach Mama, Ringana-Frischepartnerin, TCM Ernährungsberaterin, SHIATSU Praktikerin & Green Networkerin

Wollt ihr mehr über sie als Person und ihr Tun erfahren? Dann klickt ein HIER. 

Bio zu leben und zu lieben muss nicht teuer sein! Kauft man nachhaltig und gezielt ein, zahlt man unterm Strich nicht mehr als bei einem Spontaneinkauf im nächstgelegenen Megadiscounter. Wie Bio für jeden leistbar wird, will ich euch gerne erklären…

Bio-Produkte an sich sind teuer, zugegeben. Insbesondere Bio-Fleisch ist sogar sauteuer. Bio-Produkte kosten im Regelfall etwa das Doppelte oder sogar das Dreifache als konventionell erzeugte Alternativen. Das mit gutem Grund:

  • Verzicht auf Kunstdünger
  • Erhaltung der Bodengesundheit durch schonende Bearbeitung
  • Natürliche organische Dünger und abwechselnde Fruchtfolge
  • Nützlingsförderung und Sortenvielfalt
  • Verzicht auf Gentechnik
  • Artgemäße Tierhaltung und Bio-Fütterung
  • Faire(re) (ganz fair finde ich sie noch immer nicht) Entlohnung der Landwirte
  • Und so einiges mehr

SPAREN MUSS (FAST) JEDER

Für viele, vor allem für Wenigverdiener und Familien, ist es aber nicht unwichtig, was am Ende des Monats im Börserl übrig bleibt. Das ist bei uns zu Hause nicht anders. Es geht uns finanziell keineswegs schlecht, aber wir haben doch einen kleinen Kredit offen, mein Mann studiert wieder und arbeitet nur 30 Stunden und wir haben zwei kleine Kinder, weshalb ich nur vormittags arbeite – das ist eine Wochen-Nettozeit von etwa zwölf Stunden (für Job, Haushalt und Familienorganisation). Da wird man nicht reich. Aber es reicht, um sich ein kleines Haus leisten zu können und biologische Lebensmittel. Wie gelingt uns das?

WENN FLEISCH UND KÄSE ZUM LUXUS WERDEN

Zum Ersten: In unserer Familie ist Fleisch absoluter Luxus und sogar Milchprodukte landen nur selten auf dem Tisch. Aus folgenden Gründen: weil es ethischer ist, weil so unsere Umwelt geschützt wird, da unser persönlicher ökologischer Fußabdruck kleiner wird und weil es unserer Gesundheit gut tut. UND –  jetzt kommt das UND, auf das ihr hier in diesem Blog sicher gewartet habt, spart es uns unfassbar viel Geld. Demnach haben wir vierfach gewonnen. Ein Quattro-Jackpot, wenn man so will.

HÜLSENFRÜCHTE, HÜLSENFRÜCHTE UND NOCH MEHR HÜLSENFRÜCHTE

Wer nicht hundertprozentig vegan oder basisch lebt oder leben will, der sollte Fleisch, Wurstwaren und Fisch nur maximal einmal pro Woche in den Menüplan einbauen und dann auch nur ca. 150g pro Person. Von Käse bzw. Milchprodukten sollte man maximal 300g pro Person pro Woche kaufen, auch dann hat man gutes Geld gespart (vor allem Bio-Käse ist kein Schnäppchen). Sehr viel günstigere und (laut zahlreicher Studien) gesündere Eiweißlieferanten sind Pseudogetreidesorten in Vollkornvariante (Hafer, Amaranth, Quinoa, Hirse, Buchweizen, u.ä.), Nüsse und Saaten sowie Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Sojabohnen, Erbsen, u.ä.).

EIER SIND FÜR MICH EIN KOMPROMISS

Was meine drei Männer und ich durchaus sehr gerne konsumieren, sind biologische Hühnereier. Hiervon brauchen wir vermutlich zehn Stück pro Woche. Ich kaufe die Eier abwechselnd von Bekannten, Verwandten oder einem kleinen Bio-Hühnerhof, der mehr Hobby als Wirtschaftsbetrieb ist. Ich weiß, dass es den Hühnern dort gut geht und dann zahle ich gerne rund 50 Cent pro Ei – ist ja immer noch preiswert. Eier sind einfach so praktisch, vielseitig einsetzbar und wider ihrem schlechten Ruf, tatsächlich gesund (zumindest meines Wissens als Dipl. Ernährungstrainerin und Biologin nach). Und: Sie sind absolut für jeden leistbar. Eier enthalten alle essentiellen Aminosäuren, die der Körper nicht selbst synthetisieren kann, Eiweiß, Eisen, Calcium, Phosphor, Natrium und Kalium.

EIERSATZ IST PRAKTISCH UND BILLIG

Ich backe und koche aber sehr oft auch ganz ohne Eier, Gerichte, die eigentlich Eier vorsehen würden. Dafür verwende ich veganen Bio Ei-Ersatz z.B. von Spar (unbezahlte Werbung). Man kann veganen Ei-Ersatz genauso gut selbst herstellen, z.B. aus Johannesbrotkernmehl, Guakernmehl, Maismehl, Süßlupinenmehl, Leinsamenmehl und ähnlichem. Im Internet gibt es zahlreiche Rezeptmischungen für den „perfekten“ veganen, gesunden Ei-Ersatz. Ei-Ersatz verwende ich z.B. beim Backen von Blechkuchen, Cookies oder für die Herstellung von Nockerl und Palatschinken. Ei-Ersatz ist jedenfalls wirklich spottbillig und man kommt mit einer Packung ewig aus. (Die soeben genannten Ei-Ersatzmöglichkeiten sind jedoch nicht für Eigerichte, wie Eierspeis oder Rührei, gedacht, sondern dienen lediglich als Bindemittel.)

Statt Fisch und Fleisch sind wirklich billige und gleichzeitig sehr gesunde Eiweißlieferanten, wie oben bereits erwähnt, Bohnen, Linsen, Kichererbsen und diverse andere Hülsenfrüchte. Diese kaufe ich meistens in getrockneter Form in riesigen Packungen. Getrocknete Bio-Hülsenfrüchte kosten, je nach Sorte und Firma, etwa € 3,00 bis € 8,00 pro 1.000g. Mit einer 1.000g Packung erhält man jedoch gut 2.500g gekochte Hülsenfrüchte – davon wird eine ganze Kindergartengruppe satt (oder zumindest 14 Erwachsene). Hülsenfrüchte verwenden wir in Eintöpfen, wir machen daraus vegane Pattys, Suppen und sogar Cookies und Kuchen backen wir damit (wir verwenden z.B. zerstampfte, gekochte Bohnen statt Mehl, da wir uns vorwiegend basisch ernähren). Wem jetzt keine Bohnengerichte in den Sinn kommen, dem kann ich auch nur raten: Das Internet ist voller veganer und basischer Rezepte, welche als Haupteiweißlieferanten Hülsenfrüchte vorsehen. Klickt euch durch das WorldWideWeb, probiert aus und genießt.

KAUF NACH JAHRESZEIT EIN!

Nach Jahreszeiten einkaufen: Wer im Winter Erdbeeren kauft und im Sommer Vogerlsalat, der wird bald die bittere Rechnung zu bezahlen haben. Wer aber stets zu dem greift, was die Jahreszeit gerade zu bieten hat, der kann mehr Münzen in sein Sparschwein schmeißen. Kostenarme Gemüse- und Obstsorten im Winter sind beispielsweise: Kohl- und Krautgewächse, Zwiebel und zwiebelartiges Gemüse, wie Lauch, außerdem Fenchel und generell sämtliche Knollen, seien es nun Kartoffeln, Süßkartoffeln, Pastinaken, Karotten, Rüben und vieles andere. Sogar viele Blattgemüsearten wachsen im Winter, denen die Kälte nichts anhaben kann. Im Sommer sind es wiederum eher Beeren (dazu zählt übrigens auch die Tomate), Paprika, Gurken, Zucchini, Mais und ähnliches, die frisch und günstig auf dem Teller landen.

Im Internet kann man sich sogenannte Gemüse- und Obstsaisonkalender herunterladen, die einem einen guten Überblick darüber geben, welche vitaminreichen Schätze gerade Saison haben. Der Bonus: Frische Waren enthalten stets mehr Vitamine und Spurenelemente als weitgereistes Obst und Gemüse. Letztere sind obendrein auch deshalb meistens teurer, weil sich in deren Preisen noch die Transportkosten niederschlagen.

FERTIG- SOWIE LIFESTYLE-PRODUKTE & SUPERFOODS KOSTEN EXTRA

Alle Bio-Fertigprodukte sind extrateuer. Alle als Superfood deklarierten Trendspeisen sind kostenintensiv. Wieso eine weitgereiste Dattel kaufen, wenn die österreichische Trockenpflaume nur einen Bruchteil kostet? Weshalb eine fertige Bio-Gemüselasagne kaufen, wenn man mit ein paar müden Euros selbst eine zubereiten kann? Wieso Gojibeeren erstehen, wenn Kraut und Kohl mindestens genauso viel oder sogar mehr Vitamin C und andere Nährstoffe enthalten?

THINK BIG, BYE CHEAP

Große Mengen kaufen: Damit meine ich nicht, bei Schnäppchen zuschlagen und dann alles verderben lassen, sondern einfrieren, einkochen, zu Saft machen. Das Credo lautet: verwerten, verwerten, verwerten. Wer einen großen Sack Bio-Äpfel kauft, ist deutlich günstiger dran, als, wenn er einzelne Exemplare der „verbotenen Frucht“ in sein Einkaufswagerl schmeißt. Äpfel sind gut zu lagern (kühl und dunkel, wie z.B. im Keller), man kann sie gut einfrieren, zu Apfelmus und Kompott verarbeiten und auch Marmelade und Saft lassen sich daraus zaubern.

SPEISE-WOCHENPLAN IST HILFREICH

Es empfiehlt sich, einen Speise-Wochenplan zu erstellen: Was wird in der Früh, zu Mittag und zu Abend in der kommenden Woche gegessen? Wir haben das im ersten Lockdown zwangsweise gemacht (oder besser gesagt machen müssen), weil wir nur alle drei Wochen einkaufen gegangen sind. Ich sage euch, wir haben uns so unfassbar viel Geld gespart. Gegessen wurde halt dann auch nur das, das daheim war. Dann gibt es halt mal keine frischen Tomaten, sondern nur Karottensticks zum Abendbrot oder dann ist halt die Milch mal aus – wir haben dann aus Haferflocken selbst Hafermilch hergestellt. Ist es so schlimm, wenn dann doch keine Schokolade mehr im Schrank ist? Tut der Linie ja auch mal ganz gut.

Meistens ist im Vorratsschrank außerdem viel mehr zu finden, als man im ersten Moment denkt. Also bei uns ist das zumindest so. Da denke ich: Mist, ich hätte einkaufen gehen müssen, es ist sich aber nicht mehr ausgegangen. Mit ein bisschen Kreativität zaubere ich dann aus Vorratsschrank, Kühlschrank, Gefrierschrank und ein paar Gartenkräutern ein dreigängiges Menü.

Niemals hungrig und mit Einkaufsliste einkaufen gehen: Wer hungrig und planlos in den Supermarkt rennt, der kommt vollgestopft mit Blödsinn nach Hause. Die Gier, der Gusto und der Hunger sind stärker als der logische Verstand. Dann landen nämlich teure Schokolade und unnötige Knabbereien auf dem Kassenband. Geht lieber satt und geplant einkaufen und haltet euch streng an die Einkaufsliste. Versucht euch Scheuklappen aufzusetzen und Lockangeboten zu widerstehen.

Es lohnt sich oft direkt zum Bauern zu fahren und ab Hof zu kaufen: Klar, dafür braucht man Extrazeit und das Hinfahren kostet vielleicht Extrasprit, oftmals ist das Obst und Gemüse dort aber um ein Vielfaches günstiger. Abzuraten ist, zumindest von meiner Warte aus,  von „Biokistln“ und „Koch-Boxen“. Nicht, weil die Produkte schlecht sind, sondern weil sie unter`m Strich wirklich teurer sind. Irgendwie auch klar, denn Transportkosten schlagen sich zu Buche und die ganze Organisation dahinter muss entsprechend entlohnt werden.

Samstagabend einkaufen: Wer Samstagabend, so ab 17 Uhr oder 17.30 Uhr, nochmals in den Supermarkt geht, wird staunen, wie viele Produkte plötzlich um 25% oder 50% günstiger sind. Die Geschäfte wollen nach Möglichkeit wenig verderben lassen und noch schnell alles an den Mann/an die Frau bringen. Auch hier: Vieles lässt sich sofort verarbeiten, einfrieren oder in Einmachgläser füllen.

Wer wirklich, wirklich Geld sparen möchte kann Großeinkäufe machen: Mehl, Linsen und vieles andere kann man in übergroßen Packungen kaufen – das spart obendrein noch Verpackungsmaterial (ein Mehrwert für unsere Umwelt). Wer will, kann sich hier mit Verwandten, Nachbarn oder Freunden zusammenreden und die Riesenware aufteilen.

Upcycling Food Waste spart obendrein Geld – siehe hier meinen Blogeintrag dazu.

Die App „To Good To Go“: Habt ihr bereits von dem Start-up Unternehmen “TO GOOD TO GO” gehört? Der Name lässt schon ein wenig erahnen, um was es sich dabei handeln könnte. Über die App „TO GOOD TO GO“ kann man binnen von Sekunden herausfinden, welche Unternehmen (Supermärkte, Cafés, Restaurants, Bioläden, Bäckereien, u.ä.) am gleichen Tag noch ihre guten „Reste“ günstigst verkaufen, die sie sonst wegschmeißen müssten. Um die Website-Betreiber zu zitieren: „Wir träumen von einem Planeten ohne Lebensmittelverschwendung und engagieren uns täglich dafür, diesen Traum zu verwirklichen. Mit unserer App kannst auch du dazu beitragen – herunterladen, anmelden und köstliches, zu viel produziertes Essen retten. Was dich erwartet, ist immer eine Überraschung zu tollem Preis und gleichzeitig tust du Gutes für unseren Planeten. Jetzt Essen retten!“ Unser Switches-Tipp: Ausprobieren lohnt sich!

Wollt ihr wissen, wie viel wir pro Woche ausgeben? Ich gebe für Lebensmittel, sämtliche Kosmetikprodukte sowie für alle Putzmittel für uns, eine 4-köpfige Familie, inklusive Hund und vier Schildkröten, ziemlich genau 180 Euro pro Woche aus. Von den gekauften Produkten sind 95% aus biologischer/nachhaltiger Erzeugung und die Kosmetikprodukte haben eine Öko-Zertifizierung. Und nein, wir ernähren uns nicht nur von Brot und Nudeln. Und ja, wir verwenden duftendes Deo und pflegenden Conditioner und unsere Wäsche ist sauber. Und klar, wir gönnen uns auch teure Schoki und guten Wein. 😉 

Habt ihr Fragen zu diesem Thema? Oder wollt ihr mir erzählen, wie euch leistbares Bio-Einkaufen gelingt? Immer her damit, ich freue mich über jede Zuschrift.

„Be a switch!”

Alles Liebe!

Eure Lisa

 

Upcycling Food Waste ist längst nichts Neues mehr. Also wieso hier noch ein Beitrag zu diesem Thema? Weil die wenigsten dann tatsächlich in die Mülltonne greifen, um daraus ihr Mittagessen zuzubereiten. Mich (FRÜHER!) eingeschlossen.

Wisst ihr, was neulich mein großer Sohn (4) – ich schwöre es, kein Witz – Wort für Wort zu mir gesagt hat? „Mama, den Mist ess ich gern!“ Ich musste so herzhaft lachen, dass mir dabei die Upcycling-Suppe durch die Nase wieder rausgekommen ist. Es gab mittags Karottengrün-Cremesuppe. Ein so einfaches Gericht, das sich nebenbei kocht, selbst, wenn man wie ich als Selbständige tätig ist, zwei kleine Kinder hat, einen Hund, vier Schildkröten, einen Mann, der vielleicht noch mehr Arbeit macht als alle anderen zusammen (alle in Partnerschaft lebenden Personen wissen, was ich meine), das Familienleben grundorganisiert und den Haushalt schupft.

UPCYCLING SPART GELD!

Doch Upcycling-Gerichte setze ich (leider) erst seit kurzer Zeit in die Tat um, dafür nun aber sehr intensiv. Das umgehend sichtbare Ergebnis: Meine Biotonne ist tatsächlich nur mehr halb so voll und mein Portemonnaie vermutlich um genau dieses Volumen dicker. Müll ist gratis.

Ich möchte hier nicht groß Rezepte anpreisen, denn ich koche sehr oft aus dem Bauch heraus, probiere herum, schmecke ab und dann kommt es auf den Teller. Aber ich verrate euch gerne, was in meinem Cremesuppentopf gelandet ist: Karottengrün zweier Bündel Bio-Karotten von „Verwurzelt“ (www.verwurzeltgemüsegärtnerei.at) aus Gutenstein, Wasser aus der Leitung, viele Kräuter aus meinem Garten (z.B. Petersilie, Basilikum, Schnittlauch,… – so genau weiß ich das gar nicht mehr. Ich glaube, sogar Minze war dabei), Zwiebel aus dem Garten, selbstgemachte Suppenwürze und Kräutersalz meiner lieben Mama, ein Schuss Bio-Hafer-Cuisine von Spar und vor dem Servieren noch je ein kleiner Schuss Leinsamenöl für die Omega-6-Fettsäuren. (Ich will hier wirklich keine Werbung machen, aber diese Hafer-Cuisine von SPAR ist großartig, weil sie natürliche Stoffe und weder Palmöl noch Kokosfett beinhaltet. Das Allerbeste: Sie geht beim normalen Einkauf einfach mit und ich muss nicht extra in einen Bioladen.) Gekostet hat das Gericht ein paar müde Cent. Denn abgesehen von den wenigen Tropfen Leinöl und dem Spritzer Hafer Cuisine war alles aus dem Garten oder vermeintlicher Bio-Müll.

UPCYCLING-REZEPTE SIND OFT KOMPLIZIERT

Ich glaube, das Problem vieler Upcycling-Gerichte, die einem mit hübschen Bildern aus sämtlichen Zeitschriften entgegenlachen, ist, dass sie aufwändig sind und dann probiert man sie gar nicht erst aus. So beispielsweise Bananenschalen-Pommes. Ja, eh cool. Schmecken sicher lecker. Aber ich will nicht frittieren. Einerseits, weil so fettige Sachen nicht so gesund sind und meine Kinder eh schon genug „Blödsinn“ in sich reinstopfen. Zweitens, weil es viel Zeit und Aufmerksamkeit braucht, danach die Küche vor Fett nur so trieft und stinkt. Drittens, weil es neben einem 1,5-jährigen und einem 4-jährigen Kind nicht sehr entspannt zugeht, wenn man einen Topf voll heißem, brodelndem Fett am Herd stehen hat.

SO „CYCLEN“ WIR „UP“…

Ich gebe euch eine Liste von jenen Upcycling Food Waste-Möglichkeiten, die ich selbst in die Tat umsetze, die wenig Zeitaufwand bedeuten, dafür absolute Geling-Garantie versprechen. Wer Genaueres dazu wissen will, der schickt mir eine E-Mail an email@lisa-inspiriert.at oder kommentiert den Blog-Eintrag weiter unten.

Gemüseabschnipsel und Gemüseschalen: Friere ich so lange ein, bis ich eine genügend große Menge beisammen habe, aus der ich einen Gemüsesuppensud koche. Die Schalen abseihen und fertig ist der perfekte Gemüsefond.

Bananenschalen und Eierschalen: Verwende ich als Dünger meiner Gartenpflanzen. Die Bananenschale in kleine Stücke schneiden und ein paar Tage lang trocknen lassen, z.B. im Keller und dann in die Erde einarbeiten. Zum Aufheben bitte nicht luftdicht verschließen -> Schimmelgefahr. Eierschalen leicht zerbröseln und ebenfalls in die Erde rein. So gelangen unzählige Mineralien in die Erde, ganz ohne Chemie. Übrigens kann man Bananenschalen (ca. 100 g) auch in einem Liter Wasser kurz aufkochen und sie dann in dem Sud über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag durch ein Sieb gießen und als Flüssigdünger verwenden, der sich besonders gut für Zimmer- und Topfpflanzen eignet (1:5 verdünnen). Großartig als Flüssigdünger eignet sich außerdem Kartoffelwasser. Kocht man Kartoffeln in einem Topf mit Wasser, bleiben im Kochsud wichtige Nährstoffe enthalten, wie etwa Kalium. Zu schade, all das in den Abguss zu leeren. Nicht vergessen: vor dem Gießen das Wasser natürlich abkühlen lassen.

Kaffeesatz: Schütte ich manchmal einfach so in den Garten hinaus. Klingt komisch, aber ja. Selbstverständlich sollte man es nicht übertreiben, die Gartenerde sollte schon noch mehr Erde als Kaffee beinhalten. Kaffeesud ist aber ein toller Dünger.

Obstabschnipsel- und Obstschalen: Wenn ich einen Smoothie, ein Mus, Marmelade, einen Obstkuchen oder ähnliches zubereite, bleiben zeitweise die Schalen oder der Strunk übrig. Die Obstabschnipsel gebe ich dann gleich in einen großen Topf, gieße diesen mit heißem Wasser auf und schon hat man einen frisch gebrühten Früchtetee, der auch wirklich nach Obst schmeckt.

Zitrusschalen: Mit diesen habe ich aktuell ein Bastelprojekt am Laufen. (Ich weiß, an dieser Stelle ließe sich über die Nachhaltigkeit meines Mandarinen-Kaufs diskutieren – kommen die saftigen Früchtchen doch von so weit her. Aber ganz ehrlich: Herbst und Winter ohne Mandarinen und Orangen? Für mich eine schlimme Vorstellung. Hier habe ich übrigens eine großartige Website entdeckt: https://www.crowdfarming.com/ Klick selbst mal rein und schau dich um. Das ist die etwas nachhaltigere Alternative zum Orangen-Kauf im Supermarkt.)

Nun, jedenfalls zum Bastelprojekt meiner Kinder und mir: Wir haben während des Mandarinennaschens gleich noch die Schale weiterverarbeitet. Dafür haben wir kleine Keksausstecher genommen und winzige Herzen ausgestochen. Diese pressen wir nun einige Tage in einem dicken Buch und lassen sie dort zwischen Baumwolltüchern trocknen. Wenn sie fertig sind, möchten wir sie als Geschenks- und Dekoanhänger verwenden. Für Weihnachten planen wir eine Christbaumkette aus Orangen-Sternen.

Unser Bio-Müll ist zu 100% BIO. Konventionell verarbeitete Reste und vor allem die Schalen sollte man besser nicht upcyclen. Sie enthalten zu viele Schadstoffe.

Nun interessiert mich euer liebstes Upcycling Food Waste-Rezept oder -Projekt. Ich freue mich über viele Zusendungen und Neues, das ich ausprobieren darf.

„Be a switch!”

Eure Lisa

 

Vor kurzem habe ich mit meinen Söhnen (1,5 und 4 Jahre) ein Wimmelbuch durchgeblättert und immer wieder Fragen gestellt: „Findet ihr die Katze? Wo ist der blaue Traktor?“ Und so weiter… bis mich mein Großer, Fabian, fragt: „Mama, findest du die Kälber? Wieso sind sie nicht bei den Mama-Kühen, sondern in einem Extrastall eingesperrt?“

Da musste ich einmal schlucken. Eine kluge Frage von dem kleinen Knopf. Eine kluge Antwort wurde von mir erwartet.

Wie viel Wahrheit kann man einem kleinen Kind zumuten, ohne zu schockieren und zeitgleich nicht zu lügen? Ich behaupte, man kann den Zwergen alles sagen, man muss nur wissen wie. Also sagte ich: „Fabian, du trinkst doch gerne Kakao und isst gerne Joghurt, oder?“ Fabian darauf: „Ja, ich liebe Kakao und Joghurt mit der Marmelade von der Oma d´rin.“ Ich: „Genau. Aber du weißt ja, die Milch kommt von der Kuh. Und das Joghurt wird ja aus Milch gemacht, also kommt es auch von der Kuh. Eigentlich, ist Kuhmilch aber für das Kalb. Das trinkt vom Euter Milch, so wie dein Bruder früher von meinem Busen getrunken hat.  Weißt du noch? Der Bauer will aber ganz viel Milch verkaufen, daher will er nicht, dass das Kalb die Milch von seiner Mamakuh trinkt. Also sperrt der Bauer das Kalb weg und das kriegt ein Flaschi, so wie dein Bruder auch früher ab und zu eines bekommen hat. Das Kalb darf nicht bei der Mama-Kuh sein und mit ihr kuscheln, weil sonst trinkt es ja die Milch aus dem Euter.“

Nach meiner vermeintlich minderklugen Erklärung war einmal kurz Stille. Dann sagte Fabian: „Mama, wieso trinken wir dem Kalb die Milch weg?“

Ich sage euch, das ist so einer dieser Momente, wo man als Mama innerlich vor purem Stolz strahlt und leuchtet. Er hatte es verstanden. Ja, wir trinken dem Kalb die Milch weg. Punkt. Da gibt es nichts weiter zu ergänzen oder zu beschönigen.

Eine Kuh erzeugt (ähnlich wie bei uns Frauen) nur dann Milch, wenn sie ein Kalb auf die Welt bringt. Eine Milchkuh kann rund ein Jahr lang Milch geben, ehe ihr weißer Brunnen versiegt. Nach dem Kalben steigt die Milchmenge langsam an und hat nach etwa sieben Wochen ihr Maximum erreicht, das nach zwei bis drei Monaten nach und nach stetig abnimmt.

HOCHLEISTUNGSKÜHE SIND DAUERSCHWANGER

In Milchwirtschaftsbetrieben (ich verwende hier absichtlich nicht den Terminus „Bauernhof“) wird eine Hochleistungskuh zwei bis drei Monate nach der letzten Geburt erneut künstlich besamt, bis sie dann zehn Monate später wieder ein Kalb auf die Welt bringt. Die durchschnittliche Milchkuh (es gibt Ausnahmen, auf die ich noch eingehe) ist erschaffen worden, um Dauerschwanger zu sein und pausenlos gemolken zu werden, selbst während sie trächtig ist. Ergänzt wird ihr putativ artgerechtes Dasein mit fressen, schlafen und – ich sage es einfach unverblümt – scheißen. Das ist das Leben einer Milchkuh, ehe es nach nur fünf Jahren zu Ende gebracht wird. Eigentlich hätten Kühe eine Lebensdauer von rund 20 Jahren. Eine Milchkuh, die mehr als fünf Jahre alt ist, ist jedoch nicht nur unlukrativ, sondern komplett wertlos.

BIO BEDEUTET NICHT AUTOMATISCH „GERECHT“

Wer sich denkt „ich kaufe ja eh Bio“, dem muss hier die bittere Wahrheit offenbart werden. Leider. Zwar steht Bio-Kühen mehr Auslauf zu als konventionell gehaltenen und sie erhalten Bio-Futter, das bedeutet aber nicht, dass die Kälber bei ihren Müttern bleiben dürfen. Aber natürlich gibt es ein paar wenige Ausnahmen.

Es gibt Bauernhöfe, die sehr großen Wert auf artgerechte Haltung legen. Dort fressen Kühe saftiges Heu von der Weide und Kälber werden von ihren Müttern aufgezogen. Es ist jedoch nicht gerade einfach, diese Milch zu beziehen. In den nächstbesten Supermarkt laufen genügt meistens nicht. Wer sich zu dieser „artgerechten“ Milch erkundigen will, der tippt in seine Online-Suchmaschine am besten folgendes ein: „kalbfreundliche Milch“ oder „Milch von muttergebundener Kälberaufzucht“.

WIR LEBEN (FAST!) MILCH-PRODUKTEFREI

Ich für mich, oder besser gesagt wir als Familie für uns, haben entschieden, dass wir jedenfalls auf etwa 80% unseres bisherigen Milch- und Milchproduktekonsums verzichten und stattdessen auf vegane Alternativen zurückgreifen, die uns allen schmecken, inklusive meinem Mann (der ist immer der Maßstab: schmeckt´s DEM, dann ist es der Allgemeinheit zumutbar).

Ich kann euch an dieser Stelle auch noch gerne ein Geständnis machen: Ich gehörte sehr, sehr lange Zeit selbst zu jenen Konsumenten, die den eigenen Milchprodukteverbrauch an die äußerste Spitze trieben. Ein halber Liter Naturjoghurt, fünf Tassen Milchkaffee und bestimmt 80g Käse pro Tag gehörten auf meinen täglichen Standardspeiseplan. So etwas wie Milchschokolade oder gekaufte Backwaren mit verstecktem Milcheiweiß sollten vermutlich zusätzlich Erwähnung finden. Doch irgendwann kam mein Umdenken und ich fand mich und meine Einstellung unfassbar absurd.

KUHMILCH IST FÜR KÄLBER, MUTTERMILCH FÜR BABYS

Absurd vor allem deshalb, weil ich zu jener Spezies Frauen gehörte (und streng genommen leider immer noch gehöre –  ich bitte um Nachsicht und Verzeihung), die es seltsam findet, wenn andere Mamas ihre Kinder stillen, obwohl sie längst laufen können und deutliche Wörter von sich geben. So ein Kleinkind, das sich da selbst an der Milchbar der Mutter bedient, finde ich komisch. Aber wieso? Keine Ahnung. Denn, ich fand es ja auch nicht absurd, das Sekret eines artfremden Tieres, einer Kuh, zu trinken.

Wenn man es nämlich von diesem Blickwinkel aus betrachtet, wird einem erst klar, wie unlogisch es ist, Milchwirtschaft zu betreiben. Kuhmilch ist für Kälber, Muttermilch ist für Babys, Schafsmilch für Lämmer und Ziegenmilch für Zicklein. Da gibt es kein „aber“. So hat es die Evolution nun einmal vorgesehen.

Aber ja, die Evolution schreitet voran und alles ist veränderlich. Ich will hier keinesfalls sagen: „Wer Kuhmilch konsumiert, ist ein schlechter Mensch“. Nein. Für mich persönlich gehört ein gutes Stück Käse dazu, wie ab und zu ein gutes Glas Wein. Wenn mein Großer im Supermarkt nach Milch verlangt und sich nicht liebevoll von mir zu einem Ersatzprodukt überreden lässt, darf er natürlich eine Flasche mitnehmen und erst gestern habe ich nachmittags verschiedene Tortenstücke aus der Konditorei meines Vertrauens geholt, weil das sonntags sein darf.

Es geht mir aber um die Masse. Es gibt einen Unterschied zwischen etwas mit „Maß konsumieren“ und die „Masse konsumieren“.

MILCH MACHT KRANK

Es kann jedenfalls nicht sein, dass weltweit die Milchproduktion so massiv angetrieben wird, dass die Existenz der Milchbauern nur mehr darauf beruht, Milch so günstig wie möglich zu produzieren (Zitat aus dem Dokumentarfilm „Das System Milch“). Es kann nicht sein, dass so viel Milch produziert wird, dass wir daraus Milchpulver machen müssen, weil wir gar nicht mehr wissen, wohin mit dem verderblichen Gut. Dieses Milchpulver schicken wir in Länder Asiens, in denen es vor einigen Jahren noch gar keine Notwendigkeit gab, Kuhmilch zu konsumieren. Jetzt propagieren dort Politik und Wirtschaft, Kuhmilch sei gesund und nur durch sie würden Kinder „groß und stark wie Europäer“ werden. Falsch, denn stattdessen häufen sich dort die Osteoporosefälle, wo Osteoporose bis Dato eine unbekannte Erkrankung war. Milch fördert Osteoporose.

Milchpulver wird in jedes erdenkliche Billiglebensmittel gemischt, um es günstig zu süßen oder cremiger zu machen. In Afrika nagen Landwirte kleiner artgerechter Bauernhöfe am Hungertuch, weil Großkonzerne aus den USA und Europa Instant-Milchpulver zu Spottpreisen verhökern und die arme Bevölkerung lieber das günstige, industriell verarbeitete Pulver zum Anrühren kauft, statt die frische, kostenintensive Alternative heimischer Kühe.

LACTOSEINTOLERANZ IST ETWAS NATÜRLICHES

Übrigens: Die Zahlen an Lactose intoleranten Menschen ist, im Vergleich zu Europa, in Afrika extrem hoch. Das beweist einmal mehr, dass Lactoseintoleranz kein Ausnahmezustand ist und keineswegs eine Krankheit.  Ganz im Gegenteil: Lactoseintoleranz ist die Normalität. Von Natur aus ist oder wäre der erwachsene Mensch Lactose intolerant. Er kann keine Milch oder besser gesagt keinen Milchzucker (=Lactose) verdauen. Das können naturgemäß nur Kinder (klar, denn sie müssen als Säugling die Milch der Mutter trinken und verdauen).

In der Mittelsteinzeit (vor ca. 5.000 Jahren) fanden Menschen, die unsere Breitengrade und kühlere Klimaregionen besiedelten, heraus, dass sie die Milch von Tieren trinken könnten, um sich über die nahrungskarge Zeit zu retten. Es war eine Notlösung, um zu überleben. Evolutionsbedingt hat der menschliche Körper schließlich eine Genmutation hervorgebracht, die es ermöglichte, fortan Lactose zu verdauen.

In jenen Gebieten der Welt, wie etwa in Afrika und in weiten Teilen Asiens, war das Klima jedoch milder oder es gab sättigende Nahrungsalternativen, wie z.B. Meeresfisch und Meeresfrüchte, sodass das Trinken von tierischer Milch nicht nötig gewesen ist. Daher blieben die Menschen dort Lactose intolerant – sie mussten sich nicht anpassen.

Heute ist alles anders als vor 5.000 Jahren. Heute können wir  (zumindest wir Österreicher) heizen, wir wohnen in gut gedämmten Häusern und die Weltwirtschaft beliefert uns 365 Tage im Jahr mit mehr Nahrungsmitteln als uns lieb sein sollte. Die Notwenigkeit, Lactose und tierische Milch zu verdauen ist nicht mehr gegeben. Wir MÜSSEN keine Kuhmilch mehr konsumieren, um zu überleben. Wir könnten diese Tatsache nun philosophisch betrachten: „Vielleicht heißt das, wir sollten auf (Kuh-)Milch verzichten!?“

Zum Schluss möchte ich jedem den Dokumentarfilm von Andreas Pichler aus dem Jahr 2017 „Das System Milch“ nahe legen. Sehr informativ, sehr objektiv, sehr spannend. Der Film ist sogar etwas für einen coolen Homekinoabend mit Freunden, weil er wirklich richtig gut gemacht ist. (Ich habe ihn sogar gemeinsam mit meinem vierjährigen Sohn angesehen – nur ein paar wenige Szenen habe ich ihm zuliebe ausgelassen.)

In diesem Film wird außerdem auf die gesundheitlichen Auswirkungen unseres enormen Milchkonsums eingegangen – kein unwichtiger Aspekt.

Wie steht ihr zu dem Thema „Milchkonsum“? Wie denkt ihr darüber? Wie viel Milch konsumiert ihr, oder konsumiert ihr eben nicht? Und warum ist das so? Ich freue mich über viele Inputs, Anregungen und persönliche Geschichten.  

„Be a switch!”

Alles Liebe,

Eure Lisa

 

 

Make-up kommt mir nur selten ins Gesicht. Zu aufwendig. Auch das Gefühl auf meiner Haut mag ich nicht besonders gerne. Bei Nagellack werde ich jedoch schwach. Wie ein Kind im Süßigkeitenladen streife ich durch diverse Drogerien und bin fasziniert von all den vielen bunten Farben. Beeindruckt von allerlei Fotografien von perfekt gepflegten Händen samt Nägeln, besuchte ich sogar regelmäßig meine „Nagelfee“ des Vertrauens. Alle drei Wochen wurden meine Nägel gefeilt, poliert und mit Schellack bemalt. Was vielversprechend begann, endete in einem „Maniküre Alptraum“. Meine Fingernägel wurden brüchig, rissen schmerzhaft tief ein und wurden von Behandlung zu Behandlung dünner. Den Schönheitssalon betrat ich mit einem zunehmend unangenehmen Gefühl. Der beißende Chemiegeruch stieg mir in die Nase, meine Hände kribbelten beim Auftrag des Lacks. Alles nur Einbildung? Keine Ahnung. Mein Körper ist definitiv ein Sensibelchen, oft nehme ich Dinge intensiver wahr als andere. HALT, STOP! So konnte es nicht weiter gehen. Eine Nagellack-Pause musste her. Einige Monate trug ich den „pure nature“ Look. Sprich: keine Nagelfarbe. War mir dann aber doch irgendwann zu farblos. Also machte ich mich auf die Suche nach einer Alternative.

GRAUSLICH BUNT

Bei meiner Recherche stieß ich auf allerlei Dinge, die ich NICHT in meinem Nagellack wollte. Unfassbar wie viele Produkte Inhaltsstoffe in sich tragen, die im Verdacht stehen, schwer gesundheitsschädigend zu sein. Schon nach nur zwei Stunden können diese Stoffe in den Körper gelangen und langfristige Schäden verursachen. Angefangen von allergischen Reaktionen und Ekzemen bis hin zu Krebs, Schäden an der DNA und damit verbundene Unfruchtbarkeit oder Autoimmunkrankheiten. Wattepads, die zum Entfernen von Nagellack verwendet wurden, dürfen aus diesem Grund auch auf keinen Fall in der Toilette entsorgt werden (und weil sie aufgrund ihrer Dicke die Rohre verstopfen und Kläranlagen schädigen). Das in den Nagellackentfernern und Nagellacken enthaltene „Gift“ ist mehr als bedenklich für den Wasserkreislauf. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, den empfehle ich einen Blick auf folgende Website: codechek.info  Dieses Toll ist auch als praktische App für dein Mobiltelefon erhältlich. Durch das Scannen von Barcodes erhältst du einfach und schnell Informationen zu den Inhaltsstoffen deiner liebsten Beautyprodukte.

 

NACHHALTIG VERZAUBERT

Bei meinem täglichen Ausflug durch die Social Media Welt entdeckte ich die nachhaltigen Nagelfarben von „gitti – conscious beauty“. Laut Website sind die Nagellacke vegan und tierversuchsfrei (für mich persönlich SEHR entscheidend), basieren auf natürlichen Inhaltsstoffen, werden auf verantwortungsvolle Weise in Frankreich produziert und nachhaltig verpackt. WOW! Fast zu schön, um wahr zu sein, dachte sich meine innere Kritikerin. Doch „Probieren geht über Studieren“ und so orderte ich mein erstes buntes Päckchen samt Lack und passendem Entferner.

Der Nagellack ließ sich gut auftragen und auch der „Top Coat“ überzeugte mich. Zwei bis drei Tage hielt die Farbe an meinen Nägeln richtig gut, danach zeigte sich der ein oder andere Schönheitsfehler. Dieser wurde aber einfach mit ein bisschen frischem Lack kaschiert und bescherte mir für fast eine Woche ein farbenfrohes Vergnügen. Besonders begeisterte mich der „neutrale“ Geruch. Nicht einmal mein Freund beschwerte sich, als ich mir beim abendlichen Sofagelage eine ausführliche Maniküre gönnte. Doch irgendwann ist für alles Schluss. Nach sechs Tagen hatte ich genug von dem Rot auf meinen Händen und der Lack musste ab. Der acetonfreie Nagellack forderte mich zu Beginn, die Farbe wollte einfach nicht verschwinden. Zum Glück gibt es das Internet. Eine begeisterte „Gitti“-Nutzerin erklärte wie es geht. Einfach den Entferner ein wenig einwirken lassen, schon tritt die Nagelfarbe den Rückzug an.

Der Entferner überzeugte mich durch Duft und Konsistenz. Statt beißender Chemie-Wolke, duftet er nach Lavendel; anstatt die Nägel auszutrocknen, hinterließ er einen pflegenden Ölfilm. Quasi Wellness für die Hände. Zu „Klassisch Rot“ gesellte sich in den letzten Wochen noch „Avocado“ und „Aubergine“. Obendrein fand ein pflegendes Nagelöl den Weg in meinen Badezimmerschrank.

MIT.OHNE.CHEMIE

Ganz ohne Chemie geht es leider nicht. Bei der Herstellung der nachhaltigen Lacke werden so viele natürliche Inhaltsstoffe wie möglich verwendet. Unterschieden wird zwischen der pflanzenbasierten Formel und jener auf Basis von Wasser. Die erste Variante beinhaltet zu 77% natürliche Ingredienzen, ist langanhaltend und farbintesiv. Der wasserbasierte Lack besteht aus 55% Wasser, ist einfach aufzutragen, trocknet schnell und ist komplett geruchsneutral. Ich habe sowohl die eine Formel als auch die andere ausprobiert. Auftragen lassen sich beide toll, einen klaren Favoriten habe ich nicht. Der neutrale Geruch sowie die pflegenden Inhaltsstoffe des wasserbasierten Lackes haben mich jedoch ein bisschen mehr überzeugt. Doch wozu überhaupt Chemie? Selbst der natürlichste Nagellack benötigt ein wenig Unterstützung aus dem Labor. So braucht er zum Beispiel Butyl und Ethyl Azetat, um die einzelnen Inhaltsstoffe miteinander zu vermengen. Ohne diese Stoffe würde sich der Nagellack im Fläschchen in einzelne Schichten abspalten. Des Weiteren braucht er die Unterstützung von Acetyl Tributyl Citrat, um auf den Nägeln einen Film bilden zu können. Selbst hinsichtlich ihrer Haltbarkeit braucht die natürliche Nagelfarbe ein wenig Support. Wer sich näher mit den Inhaltsstoffen der „gitti“ Nagelfarben beschäftigen möchte, klickt am besten hier rein. Hier findest du eine genaue Beschreibung aller Inhaltsstoffe.

FAZIT

Natürlich, der Verzicht auf Nagellack wäre die gesündeste und nachhaltigste Lösung. Die Nagellacke von „gitti – conscious beauty“ sind für mich jedoch eine empfehlenswerte Alternative. Mir gefällt die Philosophie des Unternehmens. Das Team arbeitet laufend an sich selbst, versucht sich ständig zu verbessern und neue nachhaltige Innovationen auf den Markt zu bringen. Wenn auch du mit ruhigem Gewissen Farbe bekennen willst, kann ich dir „gitti“ nur ans farbenverliebte Herz legen. Aktuell kann man die natürlichen Nagellackfarben in Österreich nur online kaufen. Hier geht es zum Shop. (Unbezahlte Werbung.)

Hex´ dir das Leben nachhaltig bunter! Be a switch.

Alles Liebe

Eure Katharina

 

 

Ihr gebührt wahrhaftig ein Gedicht: Lange habe ich mich geweigert, seit April ist sie meine beste Freundin und ich habe sie bisher sechs Mal gefeiert. Was ich einst zu glauben hasste, ist nun MEINE Menstruationstasse. Nachfolgend erzähle ich euch warum, wer nicht spätestens dann auch eine will, ist …

Ich habe Schwägerinnen und Freundinnen, die schon seit Jahren auf ihre Menstruationstassen schwören. Ich habe diese nahhaltige Erfindung lange Zeit als zu ekelhaft eingestuft. Für mich war dieser kleine Cup irgendwie vergleichbar mit waschbarem Klopapier – was natürlich rein aus Nachhaltigkeitsgründen absolut keine dumme Idee wäre. (Oder man verwendet vielleicht noch besser einfach die linke Hand, wie es einst üblich war, um sich den Popo zu putzen.) Entschuldigt, ich schweife ab…

Nein, aber ganz ehrlich: Meine Menstruationstasse ist wohl meine kleinste beste Freundin. Sie ist hübsch anzusehen in ihrem zart rosa Kleid, sanft und geschmeidig gibt sie sich, liegt gar gut in der Hand und, was natürlich das Beste ist, passt perfekt in meine Vagina. Man könnte ja fast meinen, ich schreibe hier von etwas definitiv Nicht-Jugendfreiem.

EINE LIEBESGESCHICHTE DER BESONDEREN ART

Unsere Liebesgeschichte hat genau am 7. April 2020 begonnen. Ich kann mich deshalb so gut daran erinnern, weil es an meinem 31. Geburtstag war, mitten im Lockdown. Es war ein sehr warmer Tag. Meine Freundin Antonia hat abends als Zaungast zum Anstoßen vorbeigeschaut und hat mir was geschenkt? Genau, meine Menstruationstasse. Ich musste sehr lachen über dieses Geschenk, habe mich aber total gefreut. An dieser Stelle nochmals: „Danke Toni! Du hast meine Periodenzeit wieder lebenswert gemacht! Dickes Corona-Fern-Bussi an dich!“ Wahrhaftig eines der wohl besten Geschenke, die ich je bekommen habe (sorry Ehemann und Schatz, deine Überraschungen sind auch OK 😉). Wie es der Zufall so wollte, hat an diesem Tag dann sogar noch meine Periode eingesetzt und das Präsent kam umgehend zum Einsatz.

EINFÜHREN UND „GENIESSEN“

Ich weiß, man hört immer wieder davon, dass nicht jeder Frau jede Menstruationstasse passt, dass vielleicht ein anderes Modell besser wäre, dass diese oder jene Größe nicht die richtige war, dass man sich ein wenig in das Einführen einfinden muss und, und, und. Ich hatte vielleicht unfassbares Glück oder es war mein Geburtstags-Karma, auf jeden Fall habe ich mein Geschenk in die Hand genommen, an seinen Platz geschoben und voila, schon hat es gepasst. Es war tatsächlich Liebe auf den ersten „Einführer“. Schmunzel! Ein wenig Humor muss man in diese Thematik einbringen.

BYE, BYE TAMPONS UND BINDEN

Seither habe ich keinen Tampon mehr verwendet und keine Binde. Man muss dazu wissen, dass ich seit der Geburt meines zweiten Sohnes meine Periode so stark hatte, dass ich mich an den ersten beiden Tagen schon fast gar nicht mehr außer Haus getraut habe. Die stärksten Tampons, die es gab, kamen zum Einsatz und obendrein, als Schutzmaßnahme, eine Binde. Und dann musste ich trotzdem alle zwei Stunden auf der Toilette verschwinden, um Tampon & Co zu wechseln. Von Sport oder schwimmen brauchen wir erst gar nicht reden, das wäre an den ersten beiden Tagen undenkbar gewesen.

FÜLLVOLUMEN IST SENSATIONELL

Obendrein musste ich mir in den ersten beiden Periodennächten stets zwei Mal einen Wecker stellen, damit ich nicht vergaß die Hygieneprodukte auszutauschen, sonst wäre ich in einem Blutmassaker aufgewacht. Da schliefen endlich meine Kinder wieder gut (ich hatte im März gerade sechs schlaflose Monate hinter mir, da mein Kleiner durchgehend gezahnt hatte und es Nächte gab, in denen ich keine Minute die Augen zugemacht hatte) und dann musste ich aufgrund meiner Periode zwei Mal aus dem Schlaf gerissen werden.

Aber dank der Menstruationstasse ist alles anders. Zwar leere ich nachts ab und zu den Cup aus, da ich manchmal auf die Toilette gehe, um zu pinkeln oder Durst bekomme und einen Schluck Wasser aus dem Wasserhahn brauche. Wichtig ist aber: Ich müsste die Tasse nicht ausleeren, da sie ein genügend großes Volumen aufweist, um meine Fontaine an Blut aufzufangen. Ebenso war schwimmen im Sommer problemlos und stressfrei möglich.

AUCH AUF ÖFFENTLICHEN TOILETTEN KEINE HEXEREI

Wenn ich in öffentlichen Toiletten meine Tasse ausleere, dann nehme ich nun immer eine kleine Flasche Wasser mit, dann kann ich sie in der Kabine über der Klomuschel abspülen. Das klappt tadellos. Zu Hause oder bei Freunden ist das Auswaschen ohnedies nie eine Hexerei.

Wen es interessiert: Ich habe einen SELENA CUP in mittlerer Größe (unbezahlte, unbeauftragte Werbung).

Wer sich unsicher ist, kann sich aber bei seine/m Gynäkologen/in beraten lassen oder er schaut mal auf die Website www.erdbeerwoche.at (ebenfalls unbezahlte Werbung). Das Unternehmen erdbeerwoche besteht aus einem kleinen Team, das alles gibt, um beste nachhaltige Monatshygiene-Produkte liefern zu können. Vor einiger Zeit habe ich einmal eine Geschichte über die Gründerinnen von erdbeerwoche publiziert. Gerne könnt ihr diese Geschichte auch auf unserem Blog nachlesen -> Link.  Man kann erdbeerwoche eine Mail schreiben oder direkt dort anrufen und sich so zu diversen Produkten beraten lassen.

„Be a switch!“

Alles Liebe,

Eure Lisa

1,3 Millionen Frauen tun es, aber rund 9 Millionen Österreicher reden nicht darüber. Sex? Nein! Der ist doch schon lange kein Tabuthema mehr. Wir sprechen vom Menstruieren. Aber mal abgesehen davon, dass es sich bei der Periode um nichts verboten Schmutziges handelt, sondern um den Lauf der Natur, sollten wir vor allem deshalb darüber reden: Unserer Umwelt zuliebe!

(Ein Bericht, der im Herbst 2018 im Magazin Lebensart von mir, Lisa Strebinger, erschienen ist.)

Wenn frau Damenhygieneprodukte shoppen muss, dann sieht das folgendermaßen aus: An das Regal voller Binden, Tampons und Intimpflegemittel wird versucht, sich möglichst achtsam heranzupirschen, um weitestgehend diskret nach der ein oder anderen Packung zu greifen. Dabei das Augenmerk darauf gelenkt, günstige Produkte zu erhaschen, die gleichzeitig super saugfähig sind. Nachdem einem das gelungen ist, gilt es nur noch das finale Ziel – die Kassa – zu erreichen. Schnell möchte frau bezahlen, und hofft dabei inständig, nicht den männlichen Vorgesetzten oder gar den herzersehnten Schwarm in der Warteschlange anzutreffen. Ob die erworbene Beute fair gehandelt wurde, schadstofffrei, antiallergen, aus natürlichen Materialien erzeugt und letztlich von der Natur biologisch wieder abbaubar ist? Darüber wird nicht nachgedacht! Zumindest normalerweise nicht.

KEINE INHALTSSTOFFE AUF DEN VERPACKUNGEN

„Einer der Hauptgründe dafür ist, dass das Thema Menstruation in einen Schleier des Schweigens gehüllt wird. Allein der Gedanke daran scheint schon eklig zu sein. Eine sehr altbackene Einstellung unserer angeblich so aufgeschlossenen Gesellschaft. Hinzu kommt, dass Frauen gar nicht die Möglichkeit haben, direkt im Geschäft mehr über jene Hygieneartikel zu erfahren, die sie tagelang, Monat für Monat, verwenden“, so die 33-jährige Annemarie Harant, die, gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Bettina Steinbrugger, das Wiener Unternehmen erdbeerwoche gegründet hat. Die zwei Jungunternehmer-Queens möchten ökologisch-nachhaltige Damenhygiene mainstream machen, hierzu aufklären und erfolgreiche Produkte preiswert verkaufen. Denn, Tatsache ist: Im traditionellen Drogeriehandel sind der Großteil aller Frauenhygieneartikel für den eigenen Körper und vor allem für die Umwelt bedenklich. Wissen tut das kaum jemand, denn auf einer klassischen Tampon-, Binden oder Slipeinlagenverpackung müssen weder Herstellungsart noch Inhaltsstoffe vermerkt sein.

RÜCKSTÄNDE VON FORMALDEHYD UND GLYPHOSPHAT

Annemarie Harant klärt auf: „Konventionelle Tampons. Binden und Slipeinlagen bestehen meist aus gebleichter Zellulose, umhüllt von einer Kunststoffschicht. Letztere ist häufig der Grund für Hautirritationen und Infektionen im Intimbereich. Außerdem wurden in einigen Produkten bereits Rückstände von Dioxin, Formaldehyd oder Glyphosphat entdeckt.“ Letztlich landen besagte Giftstoffe jedoch nicht nur im eigenen Körper, sondern irgendwann ebenso in der Natur, da wir unsere gebrauchten Hygieneartikel entsorgen müssen. Auf einer Mülldeponie benötigen Tampons, Binden und Slipeinlagen rund 500 Jahre, bis der letzte Rest an Kunststoff vollends verrottet ist und man bedenke dabei, dass nicht in allen Ländern die Müllentsorgung und –verbrennung so reibungslos funktioniert wie in Österreich. Während des Abbauprozesses werden schließlich alle „fiesen Zutaten“ direkt an unsere Erde und in unser Grundwasser abgegeben. Harant und ihre Geschäftspartnerin haben für dieses Problem jedoch eine Lösung parat: Ganz einfach zu waschbaren oder kompostierbaren Hygieneproduktengreifen.

DAMENHYGIENE FÄLLT UNTER DEN ROST

Doch selbst für die Gründerinnen von erdbeerwoche ist das Thema nachhaltige Frauenhygiene ein relativ junges. „Es ist etwa acht Jahre her, dass meine Kollegin Bettina und ich uns darüber unterhalten haben, dass wir beide der Typ Konsumentin sind, der stundenlang vor einem Supermarktregal steht und Müsliverpackungen danach studiert, ob nicht doch irgendwo Palmöl enthalten sein könnte oder welche Bio-Milch die allerbeste ist. Da fanden wir irgendwann im Laufe unseres Dialogs heraus, dass wir uns mit so vielen unterschiedlichen Umweltthemen beschäftigen, aber niemals die Damenhygiene bedacht haben“, wirft Annemarie Harant einen Blick in die Vergangenheit. Sie selbst ist in einem durch und durch alternativen Öko-Haushalt aufgewachsen, in dem stets auf Fairtrade-Gütesiegel und Biozertifizierungen geachtet wurde. Ausnahme aber auch hier: Alles was die „roten Tage“ der Frau betrifft. Dass die Damenhygiene-Thematik und ihre Auswirkung auf die Umwelt so unter den Rost fällt, soll sich, wenn es nach erdbeerwoche geht, in den nächsten Jahren massiv ändern, denn mittlerweile gibt es viele Alternativen, die selbst schon die überzeugtesten Skeptikerinnen bekehrt haben.

VON WASCHBAREN BINDEN UND BIO-TAMPONS

Im Internet und einigen ausgewählten Drogeriemärkten sowie Apotheken kann man bereits ökologische Hygieneartikel erwerben, ebenso über den Online-Shop von erdbeerwoche. Harant: „In unserem Sortiment haben wir zum Beispiel kompostierbare Tampons, Slipeinlagen und Binden aus reiner Bio-Baumwolle. Aber wir haben auch Menstruationskappen und waschbare Slipeinlagen und Binden aus Stoff, die sich leicht reinigen lassen. Auch schöne, bequeme Unterwäsche,  Pflegeprodukte und vieles andere gibt es bei uns im Online-Shop.“ Sämtliche angebotene Artikel werden in der EU hergestellt, sind besonders hautverträglich und entsprechen strengen Bio- und Fairtraderichtlinien, sind vegan, abbaubar, und selbst diverse Kunststofffasern sind aus nachhaltigen Rohstoffen hergestellt. Bloß die fair gehandelte Bio-Baumwolle, die in den Produkten steckt, kommt von weit her, aber diese wächst nun einmal nicht in unseren Breiten.

AB AUF DEN KOMPOST STATT IN DEN RESTMÜLL

Kompostierbare Tampons und Einlagen sind auf dieselbe Art zu verwenden, wie 08/15-Produkte von konventionellen Herstellern, also: einführen, warten bis sie vollgesogen sind und nach Gebrauch wegwerfen, bloß darf es diesmal die Biotonne und muss nicht zwingend der Restmüll sein. Sogar die Verkaufspreise der ökologischen Alternativen liegen nur geringfügig über jenen von klassischen Weltmarken-Herstellern.

Genannte, waschbare Stoffbinden und Stoffslipeinlagen werden mithilfe von Druckknöpfen auf der Unterhosen-Außenseite befestigt. Verwenden kann man sie in jedem normalen Slip, man muss sich dafür nicht mit speziellen Dessous einkleiden. „Die Saugfähigkeit all dieser Produkte ist auch tatsächlich vergleichbar mit jener von Mainstream-Produkten. Außerdem gibt es für alle Bedürfnisse das Richtige: normale, Super- oder Superplustampons. Bei den Binden und Slipeinlagen gibt es lange, dicke, dünne, mit oder ohne Flügel. Für jede Frau ist das Richtige dabei, hier muss man auf den bisher gewohnten Komfort nicht verzichten“, erklärt Expertin Annemarie Harant.

Sind Stoffbinden stark mit Blut verschmutzt, ist es ratsam sie kurz mit kaltem Wasser abzuspülen, später können sie, wie ihre Slipeinlagen-Kolleginnen, bei 60 Grad Maschinenwäsche gereinigt werden, zum Beispiel gemeinsam mit Handtüchern oder der Bettwäsche, die man ohnedies regelmäßig in die Waschmaschine steckt.

KUNSTSTOFF-BECHER STATT BAUMWOLL-STOPPEL?

Wem das dennoch nach zu viel Aufwand schreit und, der bisher Binden ohnedies nicht gerne verwendet hat, der ist mit der sogenannten Menstruationstasse besser beraten. Dabei handelt es sich um einen kleinen, kegelförmigen Becher, der in die Scheide eingeführt wird, um dort das Blut während der Periode aufzufangen. Die Menstruationstasse ist ähnlich wie ein Tampon zu verwenden: Wenn der Cup voll scheint, zieht man ihn an seinem Stiel aus der Scheide und entleert das enthaltene Blut in die Toilette. Zuletzt spült man die Tasse mit Wasser ab (ggf. kann man sie noch desinfizieren) und kann sie danach wieder einführen.

MENSTURATIONSTASSE: VIELE PLUSPUNKTE

Die Menstruationstasse besteht aus bieg- und anschmiegsamem Kunststoff und sollte, sofern frau die richtige Passform gewählt hat, nicht spürbar sein. Die Vorteile: Bis zu 10 Jahre kann man sie immer wieder verwenden, man läuft niemals Gefahr eine Infektion zu bekommen und beim Sprung ins nasse Pool wird sie nicht, wie ein Tampon, mit Wasser durchtränkt, sondern bildet obendrein eine Schutzbarriere gegen eindringende Schwimmbadkeime.

TIPPS FÜR DEN CUP-GEBRAUCH

„Manche Frauen haben am Anfang Schwierigkeiten, sich an die Tasse zu gewöhnen. Aber das ist wie mit einem Tampon. Manchen passt ein Super-Plus-Modell perfekt, andere sollten eher zur Normal-Größe greifen. Für unterschiedliche Bedürfnisse, gibt es unterschiedliche Tassen-Größen. Man muss dann auch einfach herumprobieren, an welcher Scheidenstelle die Tasse perfekt sitzt und kann zusätzlich noch den Stiel kürzen, sollte dieser zu lang sein. Für den Gebrauch unterwegs, rate ich dazu, eine Flasche Leitungswasser mitzuführen. So kann man die Kappe diskret in der WC-Kabine ausspülen und wer will, mit einem speziellen Reinigungstuch desinfizieren“, erklärt Menstruations-Expertin Harant.

Wer immer noch an den ökologischen Alternativen zweifelt, der wird vermutlich aufhorchen, wenn er versteht, dass man nicht bloß der Umwelt tonnenweise Müll und Schadstoffe erspart, sondern seinem Sparschwein obendrein bares Geld. Zwischen 2.000 und 5.000 Euro geben nämlich Frauen im Zuge ihrer gesamten Menstruations-Phase für Wegwerf-Tampons, -Binden und -Slipeinlagen aus. Wer daher zu wieder verwendbaren Alternativen greift, kann mit dem Ersparten einen guten Gebrauchtwagen kaufen, einen schönen Urlaub genießen  oder ein Masterstudium finanzieren. Aber frau darf selbst entscheiden.

erdbeerwoche

Die erdbeerwoche will nachhaltige Frauenhygiene in den Mainstream bringen!

Gründerinnen: Annemarie Harant und Bettina Steinbrugger

Website: www.erdbeerwoche.at

 

MENSTURATIONS-ZAHLEN UND FAKTEN

5-6,5 Jahreso lange ist in etwa die Zeitdauer, die eine Frau „blutend“ verbringt, reiht man ihre Periodentage aneinander.

1,3 Millionenso viele Frauen leben in Österreich, die sich in ihrem fruchtbaren Lebensabschnitt befinden und regelmäßig menstruieren. Man spricht auch von den „bloody women“.

Ca. 7 Tonnen… so viel Restmüll produzieren diese 1,3 Millionen „bloddy women“ jährlich. Eine einzelne Frau erzeugt 3-6 Kilogramm Menstruationsmüll pro Jahr.

45 Milliarden… so viele Hygieneprodukte, also Binden und Tampons, landen jährlich auf den Müllbergen unserer Erde.

500 Jahre… so lange würden die Plastikbestandteile von Tampons und Binden benötigen, um zu verrotten.

13 Jahre… so alt sind österreichische Mädchen im Durchschnitt, wenn sie das erste Mal ihre Periode bekommen.

51 Jahre… so hoch ist das Durchschnittsalter bei Menopausen-Beginn.

5.000 Euro… so viel Geld gibt eine menstruierende Frau im Laufe der Zeit für Wegwerfprodukte wie Tampons, Slipeinlagen oder Binden aus.

  

LUSTIGE UMSCHREIBUNGEN FÜR DEN BEGRIFF „MENSTRUATION“

Die Woche gibt´s Tomatensuggo

Den Ferrari im Keller haben (ein Ferrari ist ja bekanntlich rot)

Die Maler sind auf Besuch (weil es da unten ja rot wird)

Bin mal wieder voll zugestöpselt (weil man einen Tampon in sich trägt)

Auf der roten Welle surfen

Schmollwoche (aufgrund von PMS)

Riding the cotton pony (amerikanischer Ausdruck: weil man Tampons oder Binden benützt)

Erdbeerwoche (beliebter Begriff in Norddeutschland)

 

Gut für den Popo. Besser für´s Börserl. Am besten für die Umwelt!

Sind Stoffwindeln ein Rückschritt in die Steinzeit oder Hoffnung für unsere Zukunft? LEBENSART hat mit einer Stoffwindel-Beraterin über das Für und Wider der umweltfreundlichen Wickelalternativen gesprochen. Das Resultat: Die Pros überwiegen in unzähligen Belangen, einziger Nachteil, gegenüber den Mülltonnen-Exemplaren, ist die Praktikabilität. Und die ist bloß Gewohnheitssache.

(Ein Bericht der im Herbst 2018 im Magazin Lebensart von mir, Lisa Strebinger, erschienen ist.)

Frisch gebackene Eltern haben viele Sorgen. Diese können groß sein und sich um Fragen drehen wie: Ist mein Kind gesund? Oder werde ich meiner Mutter- und Vaterrolle gerecht? Die kleinen Sorgen sind jedoch nicht minder wichtig und betreffen Fragen, wie die richtige Ernährung, die richtige Kleidung und eben auch die richtigen Windeln. Mamas und Papas wollen stets nur das Beste für ihre Kleinsten, deshalb wird in der Schwangerschaft meist Bio gegessen und auch Babys erster Brei soll aus biologischer Landwirtschaft stammen. Die Kleidung ist aus fair gehandelter Öko-Baumwolle und an Babys zarte Haut dürfen nur pures Wasser und pflanzliche Öle. Doch wenn es um das in Kindersprache ausgedrückte „Lulu“ und „AA“ geht, klatschen über 90 Prozent der Eltern ihren Schützlingen Kunststoff auf den Popo, bestehend aus Polyethylen, Polymersalzen und nicht zu vergessen voller Bleich- und Farbstoffe. Warum das so ist?

PRAKTISCH VERSUS UMWELTFREUNDLICH

Weil es praktisch ist, ganz einfach. Wegwerfwindel d‘rauf, Kot rein, Windel runter und ab damit in den Mistkübel. Dass ein Kind aber im Laufe seiner Wickelzeit zwischen 4.000 und 6.000 Wegwerfwindeln verbraucht, die rund eine Tonne an Restmüll ausmachen, an das denkt dabei kaum einer. Zudem dauert es 300 Jahre, bis eine Wegwerfwindel vollständig verrottet ist. Ein Dilemma, das jedoch lösbar ist.

„Mit Stoffwindeln – auch Mehrwegwindeln genannt – macht man keinen Rückschritt in die Steinzeit. Ganz im Gegenteil, sie sind ein Schritt in die Zukunft“, sagt Elternberaterin Mariella Gögele, die mit ihrem Unternehmen „Familienglück“ neben Stoffwindelberatung und Trageberatung auch Positive Birth-Kurse und Tanzen mit dem Baby anbietet. Gögele ist vor etwa einem halben Jahr zur glücklichen Vierfach-Mama geworden (aktuelle Ergänzung: mittlerweile ist sie fünffache Mama). Ihre Söhne, alle im Abstand zwischen zwei und zweieinhalb Jahren geboren, waren natürlich – wie wir alle – Wickelkinder. Denn niemand erblickt das Licht der Welt und geht sofort aufs Klo. Für Mariella und ihren Gatten Edgar hat diese Tatsache bisher mindestens 15.000 Mal wickeln bedeutet (aktuelle Ergänzung: der 5. Sohn hat die Zahl nun weiter erhöht).

WENIGER RESTMÜLL FÜR UNSERE ZUKUNFT

„Uns ist die Umwelt sehr wichtig, wir versuchen daher in allen Belangen einen möglichst nachhaltigen Lebensstil zu führen“, erzählt die 37-jährige Windel-Expertin. „Schon während meiner ersten Schwangerschaft war uns klar, dass wir so wenig wie möglich an Windelmüll erzeugen wollen. Wir haben es bei unserem ersten Kind sogar ein halbes Jahr lang geschafft, es windelfrei zu erziehen, indem wir beobachteten, wann unser Sohn muss und ihn abgehalten haben – so nennt man das.“ Doch nach sechs Monaten sträubte sich das Kind dagegen, weshalb für Familie Gögele die einzig akzeptable Alternative das Wickeln mit Stoffwindeln war.

Die Vorteile dieser Methode sind zahlreich, so Gögele: „Einerseits haben die Kinder mehr Bezug zu ihren Ausscheidungen, da sie nicht ganz so staubtrocken liegen, wie in einem Wegwerfexemplar. Sie werden daher im Durchschnitt auch schneller rein. Außerdem sind die Kinder damit eher etwas breiter gewickelt, was keinesfalls ein Nachteil für die Hüfte ist. Und letztlich kommt die empfindliche Babyhaut nur mit natürlichen Materialien, wie beispielsweise Baumwolle, in Berührung.“ Hinzu kommt eine geschätzte Kostenersparnis von bis zu 1.000 Euro gegenüber den Wegwerfwindeln. Wer mehr als ein Kind als Nachwuchs geplant hat, der spart sogar noch deutlich mehr ein, da viele Stoffwindeln bis zu drei Wickelgenerationen überstehen.

WINDELBERATUNG DURCHAUS EMPFEHLENSWERT

Entscheidet man sich für den Umgang mit Stoffwindeln, ist es ratsam, eine Stoffwindelberatung in Anspruch zu nehmen, denn die Modelle und Systeme sind so zahlreich, wie Babys unterschiedlich sind. Hier verliert man schnell einmal den Überblick und fühlt sich überfordert oder gar entmutigt. „Im Rahmen einer Beratung können meine Kunden bei mir testen, welche verschiedenen Modelle es gibt und was deren Vor- und Nachteile sind. Jedes Kind hat eine andere Anatomie, eine andere Haut und auch jeder Elternteil schätzt unterschiedliche Wickelsysteme aufgrund deren Handhabung“, erzählt Mariella Gögele. Da braucht es ein wenig Geduld, bis man den richtigen Hersteller und dessen ideales Modell gefunden hat. Gögele rät außerdem dazu, sich zunächst einmal fünf verschiedene Windeln zu bestellen, um selbst ausprobieren zu können, was dem Kind und was Mutter oder Vater liegt. Weiß man das, kann man sich seine Lieblingsexemplare noch einige weitere Male bestellen. Mit etwa 20 Windeln und vier Überhosen ist man bereits gut ausgestattet.

DAS MEHRWEGWINDEL-PRINZIP 2.0

Das Prinzip der Mehrwegwindel ist vielschichtig, aber simpel: Im innersten Kern legt man ein Windelvlies ein, das dazu dient, den Kot aufzufangen. Im Anschluss folgt der saugende Teil der Windel, der Feuchtigkeit aufnimmt und rundum gleichmäßig verteilt, sodass sich nicht an einer einzelnen Stelle die Nässe staut. Ganz außen befindet sich schließlich die schützende Überhose, die verhindert, dass etwaige überschüssige Feuchtigkeit oder dünnflüssiger Kot auf das weitere Gewand übergehen. Ist die Windel voll, dann wird der Kot vom innersten Kern ins Klo abgestreift. Innenvlies und Saugteil müssen nach jedem Wickeln gewechselt und letztlich bei 60°C Maschinenwäsche gereinigt werden. Die Überhose kann für gewöhnlich häufiger hintereinander verwendet werden, da sie nicht jedes Mal schmutzig wird. Besonders toll: Die Überhosen gibt es mit quietschvergnügten Motiven.

CHEMIEFREIE WINDELALTERNATIVE

Die Windel-Materialien sind, je nach Hersteller, ganz unterschiedlich und bestehen aus Baumwolle, Frottee, Hanf, Bambusfaser, diversen Mikrofasern und anderen Stoffen. Mittlerweile gibt es auch Modelle, die Beinamen tragen wie „all in one“ oder „3 in 1“ und, wie die Namen bereits vermuten lassen, aus einem einzigen Stück bestehen, das alle drei wesentlichen Schichten sozusagen eingebaut hat. Diese Windeln werden nach dem Prinzip von Wegwerfexemplaren angezogen, was sehr praktisch ist. Allerdings kommt etwas mehr Wäsche zusammen, weil das gesamte Paket gewaschen werden muss, inklusive der Überhose, da alle Teile miteinander vernäht sind.

ÜBERSCHAUBAR: ZWEI WASCHGÄNGE ZUSÄTZLICH

„Etwa zwei Waschmaschinen pro Woche habe ich mehr, aber das ist meiner Ansicht nach überschaubar. Ich sammle die gebrauchten Windeln in einem Behälter und wenn genug für einen Waschgang beisammen ist, werden sie gereinigt. Obwohl es von den Herstellern nicht empfohlen wird, kommen sie bei mir auch ab und zu in den Trockner. Bisher haben das noch alle Windeln überlebt“, erklärt Gögele. Unterwegs hat die Fachfrau und Mutter stets eine sogenannte wiederverwendbare „Wetbag“ oder auf Deutsch „Nasstasche“ mit, in der sie die getragenen Modelle geruchsfrei und sauber nach Hause transportiert.

NACHTEILE JA, ABER GERING

Nachteile? Nun ja, Kinder, die häufig und viel urinieren, müssen alle drei Stunden gewickelt werden, da Stoffwindeln nicht so saugfähig sind wie ihre Wegwerfkollegen. Außerdem muss man die Wahl der Kleidung ein wenig bedenken. Da der Windelpopo aufgrund der drei Stoffschichten etwas voluminöser ist, kann keine enge Babyjeans darüber gezogen werden. Stattdessen sollte zu weiten und dehnbaren Hosen gegriffen werden. Außerdem wird es letztlich niemand bestreiten, dass es nicht weitaus bequemer ist, die schmutzige Windel einfach in die Mülltonne zu stopfen, als sie später noch waschen zu müssen. Doch wer dem Wohl der Umwelt dienen möchte, der kann nicht immer den Weg des geringsten Widerstandes gehen. Immerhin ist es auch einfacher, mit dem Auto zu fahren, als das Rad zu nehmen oder zu Fuß zu gehen.

Das Fazit: Schlussendlich muss man wissen, auf was man im Leben Wert legt und selbst entscheiden. Das betrifft die Wahl der Windeln ebenso wie andere Belange.

 

Windel-Zahlen

300 Jahre… so lange braucht die klassische Wegwerfwindel bis sie verrottet ist.

4.000 bis 6.000… so viele Wegwerfwindeln verbraucht ein Kind im Laufe seiner Entwicklung.

1 Tonne… so hoch ist das Gewicht aller Wegwerfwindeln zusammen, die ein Wickelkind über die Jahre verbraucht.

1961… das ist das Jahr, in dem die erste Wegwerfwindel auf den kommerziellen Markt kam. Erfunden wurde sie von der Amerikanerin Marion Donovan, die selbst aber keinen Profit mit ihrer Idee erzielen konnte. Marktreif wurde die Wegwerfwindel von dem US-Unternehmen Chux gemacht. Kurz darauf konnte man auch bereits die erste Pampers, der Firma Procter & Gamble (P&G), erwerben.

15.326 Millionen US-Dollar… so viel Jahresgewinn machte der Pampers-Hersteller P&G im Jahr 2017. Procter & Gamble ist ungeschlagener Marktführer weltweit.

6%…von unserem Restmüll nehmen Wegwerfwindeln ein.

1.200 Euro etwa so viel Geld kostet es, wenn man zwei bis drei Jahre ausschließlich mit Wegwerfwindeln wickelt.

300 Euro… geben Eltern für ein umfangreiches Stoffwindel-Paket aus. Den Großteil der Summe bekommt man mittels „Windelgutschein“ normalerweise von Stadt, Land oder Bund rückerstattet.

 

Windeln für Erwachsene:

Es gibt auch Wegwerfwindeln für Erwachsene und Haustiere. Letztere machen vielleicht nicht die große Menge aus, pflegebedürftige Senioren jedoch durchaus. Sie tragen derzeit ein Sechstel zum gesamten Windelberg bei. Der Anteil wird weiter steigen: Bis zum Jahr 2050 werden etwa eine Million Hochaltrige (Leute über 80 Jahre) in Österreich leben und viele davon werden Windeln benötigen.

Unseren Recherchen zufolge werden Stoffwindeln im Pflegebereich derzeit kaum angenommen. Die Windelpakete sind aufgrund der größeren ausgeschiedenen Mengen dicker und der Geruch unangenehmer als bei Babys. In Zukunft könnte sich das vielleicht ändern, wenn die Frage nach den Kosten in der Pflege immer essentieller wird.

 

Infos:

Mariella Gögele, Stoffwindelberatung, Trageberatung, Positive Birth-Kursleiterin, Burzzi Dance Instructor, www.deinfamilienglueck.at

www.windelberater.at: Hier kann man nach Stoffwindelberaterinnen suchen